Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1896)
- Article
- Frau R. S., Berlin
- Date
- 1896-10-01
- Page
- 531 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 531 darf Sie das nicht befremden. Das ist einfach lächerlich; übrigens werden christliche Dienstboten von den meisten jüdischen Herrschaften so gut behandelt, daß ohne die antisemitischen Hetzereien solche Jubiläen noch viel häufiger sein würden! Radfahrer M., Berlin. Daß die Standrede der „Täglichen Rundschau" an Ihren Sportgenossen mit einem Seitenhieb gegen uns endigt, hat uns viel Vergnügen bereitet. Dieses an den Haarenherbeiziehen thut nicht weh. Zur Erheiterung unserer Leser sei hier der Wortlaut wiedergegeben: „Genau so machen es auch die jüdische Presse und der berühmte Verein unserer jüdischen Staatsbürger. Wenn ein Jude angegriffen wird, so wird er auf der ganzen Linie bis auf's Messer vertheidigt, denn: er ist ja getadelt und bloßgestellt worden, nicht, weil er etwas Schlechtes begangen hat, sondern weil er ein Jude ist. Nach demselben Rezept verfahren Sie und Andere jetzt auch und meinen, daß der Radfahrer als solcher, nicht seine Ausschreitung bekämpft werde." — Wenn Ihre Genossen wirklich nach unserm Rezept verfahren, werden sie sicher nicht schlecht fahren. All Heil! O. L., Berlin. Wenn das in der „Voff. Ztg." enthaltene Heirathsgesuch „für eine 22jährige junge Dame" ernstlich auf „jüdische R e f l e k t a n t e n" berechnet gewesen und wirklich von einer jüdischen Familie ausgegangen sein sollte, so würden wir für solchen Cynismus die schärfste Mißbilligung für angezeigt halten! Uns scheint aber die ganze Fassung des Inserats darauf hinzudeuten, daß hier eine M y st i f i k a t i o n seitens eines albernen Spaßvogels oder eines Antisemiten vorliegt, welcher darauf ausgeht. Diejenigen, welche sich als Reflektanten melden sollten, an den Pranger zu stellen. Wer sich auf solches Inserat meldet, verdient kein besseres Loos! K. M., Stettin. Daß die „Staatsbürger-Ztg." dem wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung verurtheilten Pastor Rauh nachsagt, er sei jüdischer Herkunft, ist gleichgültig. Uns und allen von dem Rassenantisemiten - Schwindel nicht bethörten Leuten wird er stets als der Glaubensgenosse deS Herrn Dr. Bachler gelten! L. M., Dresden. Darüber dürfen Sie sich nicht wundern, daß die antisemitischen Blätter den fahnenflüchtigen Einjahrig-Freiwilligen Karl S ch m u h l vom Garde-Trainbataillon ohne Weiteres zum Juden gemacht haben. Das ist bei den Antisemiten so Sitte! Schmuhl ist der Sohn eines christlichen Ehepaares in Mecklenburg. Wie kann aber auch ein mecklenburger Christ Schmuhl heißen! Dem Abg. Zimmermann in Dresden dürfte es aber kaum unbekannt sein, daß viele aus der sächsischen Oberlausitz stammende bekannte christliche 33*