Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1896)
- Article
- Budapest
- Date
- 1896-10-01
- Page
- 526 (sequence 2)
- Language
- German
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20 3»n deutschen Reich. Judenheit, weil ich davon überzeugt bin, daß die hierländischen Juden betreffs der Vaterlandsliebe und der Kultur jeder Konfession als Muster dienen können." * Petersburg, 21. September. DaS amtliche MililärblatL „Rußky Invalid" veröffentlichte einen kaiserlichen Tagesbefehl, kraft besten der Kommandant des 35. Bjelograder Dragoner-NegimentS „Kaiser Franz Joseph", Oberst Papaafanafsopulo in die Reserve versetzt, Lieutenant Bakunin vom Heeresdienst ausgeschlossen und elf weitere Offiziere desselben Regiments, Rittmeister v. Bradke, die Lieutenants Grigorowitsch- Barsky und Petrowitsch und die Kornets Kistelew, Makedonsky, Kolodiew, Korbut, Zemitschkovsky, Dunajewsky, Pustschin und Bogdanowitsch zu gemeinen Soldaten degradirt wurden. Wie inzwischen bekannt wurde, haben diese Offiziere, nachdem sie bei einer festlichen Gelegenheit dem Weine allzu sehr zugesprochen, mehrere Gruppen von Juden ohne den geringsten Anlaß beschimpft und geprügelt. Sie verfolgten die Angegriffenen bis in die Räume eines Privathauses, um die Mißhandlungen fortzusetzen. Erst durch das Einschreiten der Polizei wurde diesen Gewaltthätigkeiten ein Ende gesetzt. Der Oberst Papaafanastopulo, welcher sich an diesem unwürdigen Treiben selbstverständlich nicht betheiligte, wurde in die Reserve versetzt, weil er über diesen Vorfall keinen Bericht an die oberste Militärbehörde erstattete, welche erst durch das Ministerium des Innern Kenntniß von dem Vorgang erhielt. Uereinsnachrichten. Die Reihe unserer Winterversammlungen, eröffnete die durch ihren Eifer und ihre Rührigkeit altbewährte Berliner Gruppe X. u. NO. des Centralvereins, welche am Donnerstag, den 8. Oktober in den Königssälen, Wadzeckstraße, unter dem Vorsitze des Herrn R. Wohlberg zusammentrat. Nachdem der Letztere die Versammelten und die anwesenden Mitglieder des Vorstandes, Herren Rechts-Anwälte vr. Lövinson, S. Weile und I. Rosenthal, herzlich begrüßt hatte, beantwortete Herr Dr. Julius Moses in einer halbstündigen schwungvollen, freien Rede die sich den deutschen Juden jetzt beständig aufdrängende Frage „Was thun?" damit, daß wir angesichts der furchtbaren Verfolgungen die Vergangenheit des Judenthums klar vor Augen haben, die Verhältnisse der Jetztzeit uns stets vergegenwärtigen und rast-