Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1896)
- Article
- Düsseldorf
- Date
- 1896-10-01
- Page
- 518 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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518 Im deutschen Reich. Erben unseres verstorbenen Mitglieds Michael Simons unserer Stadt 60 000 Mark zu einer „Michael und Henriette Simons- Stiftung" mit der Bestimmung, daß die Zinsen dieses Kapitals an leidende, bedürftige und würdige Personen ohne Unterschied der Religion zur Wiedererlangung der Gesundheit und Erwerbsfähigkeit derart vertheilt werden sollen, daß jede Unterstützung nicht unter 100 und nicht über 300 Mark beträgt. Die Verwaltung der Stiftung erfolgt durch ein Kuratorium, welches aus dem hiesigen Oberbürgermeister und vier durch die Stadtverordnetenschaft zu wählenden Mitgliedern besteht, von denen zwei der christlichen und zwei der jüdischen Religion angehören.?? Elberfeld, 26. September. Die Eisenbahn-Direktion Elberfeld gab Folgendes bekannt: „Ein Handlungsreisender hat sich auf noch nicht aufgeklärte Weise die Namen der jedesmal Ruhe habenden Beamten einer hiesigen Lokomotivstation verschafft, diese sodann in ihren Privatwohnungen ausgesucht und unter Berufung auf ihren Vorgesetzten Werkmeister, welchen er — ohne diesen überhaupt bekannt zu sein — als einen langjährigen Kunden bezeichnete, dessen Empfehlungen er besitze, zum Kauf von Waaren (insbesondere Wäschegegenständen) verleitet, beziehungsweise zu verleiten gesucht. Da der Betreffende, welcher angeblich eine Firma Adolf Baruch u. Co. in Berlin vertritt, seine Versuche wahrscheinlich wiederholen und auch auf Beamte anderer Dienstzweige ausdehnen wird, bringen wir das unlautere Geschäftsgebahren desselben hiermit warnend zur Kenntniß." (Die Inhaber der genannten Firma theilen uns darüber Nachstehendes mit: „Der betreffende Reisende giebt an, daß er sich nicht auf den Werkmeister berufen habe. Jedoch, wir haben seinen Angaben keinen Glauben geschenkt, sondern denselben sofort entlassen, da sich derartige Handlungsweise nicht mit unseren streng reellen Prinzipien verträgt." — D. Red.) X Münster i. W., 14. Oktober. Der Mitbegründer und langjährige Redakteur der inzwischen eingegangenen antisemitischen „Westfälischen Reform" in Dortmund, F. K a y s e r , der zuletzt in Münster das Antisemitenblatt „Deutsche Worte" herausgab, ist von dem hiesigen Landgericht wegen Sittlichkeitsverbrechen in sieben Fällen, begangen mit Kindern von fünf bis sieben Jahren (8 176 a ©t G. B.), zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt worden. O Hagen, 3. Oktober. Vom hiesigen Landgericht sind' am 13. Mai 1896 der Vorsitzende des deutsch-sozialen Reformvereins zu Hagen, Verwaltungssekretär Hugo Steinbeck und Kaufmann H.W. Beckmann wegen Verbreitung eines Flugblattes, in welchem vor Ein-