Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 9 (September 1896)
- Article
- Vereinsnachrichten / A. L.
- Date
- 1896-09-01
- Page
- 456 (sequence 1)
- Language
- German
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456 Neremsnachrichten. Das erfreuliche Wachsthum der Mitgliederzahl des Central- Vereins bewirkte eine wesentliche Vermehrung der Arbeiten unseres Bureaus, zu deren Erledigung größere Räumlichkeiten, als die bisher Kronenstraße 22 II innegehabten, nöthig wurden. Am 18. Au gust sind deshalb dieBureauxdesCentral-Vereins und der Redaktion der Vereinszeitschrift „Im deutschen Reich" nach der Karl st raße 2611 verlegt worden. — Während des nun zur Rüste gehenden Sommers hat unsere Thätigkeit keine Unterbrechung erfahren. Es haben zwar in dieser für Vortrags-Versammlungen ungünstigen Jahreszeit keine größeren Zusammenkünfte stattgefunden, wohl aber wurde der Vorstand häufig veranlaßt, durch Rath und That „Selbstvertheidigung im vollen Lichte der Oeffentlichkeit" zu üben oder anzuregen und zu fördern. In dieser Beziehung sei auf die in der „Umschau", in der Korrespondenz aus Hannover u. s. w. erwähnten Fälle und insbesondere auf das „Blutabzapfungs-Märchen in Lappienen" verwiesen. Außerdem wurde das Streben fortgesetzt, die Mehrheit der deutschen Juden für die Vereinszwccke zu erwärmen und dadurch die Zahl der Mitglieder auf eine solche Höhe zu bringen, welche Freund und Feind Respekt einflößt. Ein Exemplar des zu diesem Behufs an zahlreiche auswärtige Mitglieder versandten Aufrufs „an die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens", der nun mit diesem Hefte auch allen Berliner Mitgliedern zugeht, ist durch einen Zufall in den Besitz der Redaktion der „Deutschsozialen Blätter" gelo,innen. Diese veröffentlichte denselben mit den Worten: „Wir hoffen, uns den D a n k aller „jüdischen Staatsbürger" zu erwerben, indem wir daS Schriftstück in vollem Umfange zur Kenntniß unserer Leser bringen." In derselben Weise gab auch die antisemitische „Hann. Post" am 11. August den Wortlaut unseres Aufrufs wieder. Die daran geknüpften antisemitischen Bemerkungen dürften die Wirkung unserer Kundgebung kaum beeinträchtigt haben. Wenn von den antisemitischen Blättern dabei gesagt