Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1896)
- Article
- Vereinsmitglieder in Posen, Steinheim i. W., Magdeburg, Hof i. B., Frankfurt a. M., Gr.-Wartenberg, Luckenwalde, Lüdenscheid u. a. D.
- Date
- 1896-07-01
- Page
- 409 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 40» Empfänger unserem Vereine zu verdanken, ist nicht Mitglied unsere- Vereins, hat fich irgendwo unser MitgliedSverzeichniß verschafft und dasselbe für seine geschäftlichen Zwecke mißbraucht. Der Central-Verein hat selbstverständlich niemals irgendwelche geschäftlich« Reklame unterstützt und wird dies auch künftig nie thun. Wir warnen deshalb unsere Mitglieder ausdrücklich, ähnlichen Reklamen Glauben zu schenken! K. M., Dresden. Daß das dortige Antisemitenblatt „Deutsche Wacht" den vom Schwurgericht zu Oppeln zu 8 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrenrechtsverlust verurtheilten Simon Gonschior, welcher am 5. Februar 1894 aus Rachsucht das Haus des Revierförsters Dirbach in Maffow anzündete, als Juden bezeichnet, hat uns veranlaßt, in Oppeln anzufragen. Von dort wurde uns der Bescheid, daß der verurtheilte Simon Gonschior kein Jude ist und auch nicht von Juden abstammt, sondern, wie jeder Kenner oberschlesischer Verhältnisse auch sofort aus den Namen ersieht: Pole und Katholik. Simon heißen viele polnische Katholiken und Gonschior heißt auf deutsch „Gänserich". Kjicherscha«. Erlebt. Erzählungen aus dem jüdischen Familienleben von Alphonse Levy. Verlag des Berliner Vereinsboten. Unter obigem Titel sind zwei Erzählungen vereinigt, „Contor und Werkstatt" und „Die Erzählung meiner Großmutter". Besonders die zweite erweckt den Eindruck des wirklich Erlebten; in warmem Tone geschrieben, läßt sie uns mit dem Verfasser bedauern, daß der reiche Schatz von Familiengeschichten, der in jüdischen Häusern von Mund zu Mund fortgepflanzt wird, der Kenntniß weiterer Kreise verschlossen bleibt. Schriftliche Auszeichnung derselben würde nicht nur, wie der Verfasser hervorhebt, vielfach den Beweis dafür erbringen, daß die Juden ihrem Vaterlande treue, opferbereite Anhänglichkeit bewiesen haben auch zu Zeiten, wo die Regierenden ihnen außer dem Recht des Aufenthalts alle politischen Rechte vorenthielten; derartige Aufzeichnungen würden auch dem gemüthvollen und herzlichen jüdischen Familienleben, das Vielen ja nur noch vom Hörensagen bekannt ist, ein würdiges Denkmal setzen. Ein solches ist die vorliegende „Erzählung meiner Großmutter", deren Lektüre ich hiermit angelegentlichst empfehlen möchte.