Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1896)
- Article
- Mainz
- Date
- 1896-07-01
- Page
- 403 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 403 Wahl, die ihn nach Einführung der Städteordnung, als die Stadtverordneten selbst sich ihren Bürgermeister und ihre Beigeordneten aussuchen durften, unter die Letzteren einreihte. Sie sahen den guten Griff auch ein die Vertreter der Bürgerschaft, denn wenn Neinach's Wahlzeit abgelaufen war, wählten sie ihn immer wieder." Auf einen den Vertretern der staatlichen Behörden gewidmeten Trinkspruch des Geheimen Kommerzienraths Michel antworteten Provinzialdirektor Geheimrath Rothe und Se. Exzellenz Gouverneur von Holleben mit. Toasten auf die Stadt Mainz und deren Gemeinsinn. O Wien, 2. Juli. Johann König, der Herausgeber eines antisemitischen Blattes, ist wegen Verleumdung des Armenrathes Sylvester Schieber in Ottakring zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt worden. — Das Organ zur Abwehr des Antisemitismus in Wien, „Das Freie Blatt", hat am 1. Juli sein Erscheinen eingestellt. Der antisemitische Agitator Anton Stöger wurde wegen Unterschlagung von Vereinsgeldern dem Landesgerichte angezeigt. O Graz, 11. Juli. In dem Strafprozeß gegen vier antisemitische Gemeinderäthe wurde heute Nachmittag das Urtheil verkündet. Feichtinger, der Chefredakteur des „Extrablattes" wurde wegen Veruntreuung und Krida zu ein em Monat verschärften Kerkers, Advokat Dr. Starke!, die Gerber L e d a m und W i l f i n g e r wurden wegen Krida zu je achttägigem durch Fasten verschärften Arrest verurtheilt. Bei dem Prozeß handelte es sich um den Zusammenbruch des antisemitischen Preßvereins. < Innsbruck, 10. Juli. Die hiesige Burschenschaft „Germania", welche einen allgemeinen deutschen Studententag zur Förderung der deutsch-national-antisemitischen Bestrebungen nach hier einberufen hatte, ist von der Behörde aufgelöst worden. Prag, 10. Juli. An drei Fakultäten der hiesigen Universität fungiren jetzt Juden als Dekane, an der juristischen Prof. Krasnopolski, an der philosophischen Prof. Goldschmidt und an der technischen Prof. Zucker. j Petersburg, 10. Juli. Wie die Zeitschrift „Woschod" mittheilt, sind der jüdischen Gemeinde in Kischineff und beit jüdischen Handwerkern in Kursk, dem jüdischen Verein in Melitopol, sowie den Juden des Dorfes Kachowka für ihre dem russischen Kaiserpaar gewidmeten Ergebenheits-Glückwunsch-Adressen Danksagungen des Zaren zugegangen. Solche empfing auch der Oberst-Attaman des Donsker Militärs für die dem Kaiser übermittelte Ergebenheils- und