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Im deutschen Reich · 1896-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1896) · p. 402

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1896)
Article
Karlsruhe
Date
1896-07-01
Page
402 (sequence 2)
Language
German
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402 Im deutschen Reich. Nachträglich sind 14 an dem Tumult betheiligte Personen zu Hast- und Gefängnißstrafen von 2 bis 14 Tagen verurtheilt worden. — Das Bezirksamt Kehl hat dem antisemitischen Agitator Reuther verboten, in zwei nach Hesselhorst und Eckartsweier einberufenen Versammlungen zu sprechen, weil sonst Ausschreitungen, wie sie vor Kurzem in Bodersweiler und Linx vorgekommen sind, Vorkommen könnten. — Der frühere Reichstagskandidat der Nationalliberalen, Oberst a. D. Rheinau, hatte bei einer Vorbesprechung der hiesigen Stadtverordnetenwahlen die Äeußerung gethan, „kein Jude gehöre auf's Rathhaus; die Juden seien eine internationale, keines Patriotismus fähige Gesellschaft, welche ein Deutscher und Nationalliberaler nicht zu einem solchen Ehrenamte wählen könne." Dies hat die „Vereinigung badischer Israeliten" veranlaßt, in einem an den Oberst a. D. Rheinau gerichteten, in badischen Blättern gleichzeitig veröffentlichten geharnischten Schreiben energisch Verwahrung „gegen die Unterstellung einzulegen, daß sich die deutschen Israeliten nicht durch und durch als Deutsche fühlen!" £ Freiburg in Baden, 1. Juli. Zu der kürzlich hier stattgehabten Stadtverordnetenwahl II. Wahlklasse ging, nach einer Mittheilung der „Freiburger Ztg.", hiesigen Juden nachstehendes Rundschreiben des Wahlkomitees der Centrumspartei zu: „Wir übersenden Ihnen zunächst unseren Wahlvorschlag für die 2. Klasse, aus welchem Sie ersehen, daß wir unseren Wählern einen hervorragenden Vertreter Ihrer Konfession, der sich allseitiger Achtung erfreut, zur Wahl empfehlen. Deshalb dürfen wir wohl erwarten, daß Sie für unsere Wahlliste Ihre Stimme abgeben und auch nach Möglichkeit im Kreise Ihrer Glaubensgenossen dahin wirken, unseren Wahlvorschlägen zum Sieg zu verhelfen. Wir glauben um so mehr berechtigt zu sein. Ihnen diese Bitte vorzutragen, weil ja die Centrumspartei sich von jeher der antisemitischen Agitation ferngehalten hat." X Mainz, 1. Juli. Aus Anlaß seines 25jährigen Amtsjubiläums wurden dem Beigeordneten der Stadt Mainz, Geheimen Kommerzienrath Hermann Reinach, ebenso herzliche als glänzende Ovationen dargebracht. An dem Festessen in der Stadthalle, bei welchem der Jubilar zwischen dem Provinzialdirektor Geheimrath Rothe und dem Oberbürgermeister vr. Gaßner saß, waren die Spitzen der Civil- und Militärbehörden, überhaupt Alles vertreten, was hier Namen und Rang hat. In seiner Ansprache an den Jubilar sagte der Oberbürgermeister: „Glücklich war der Entschluß des Landesherrn, den Hermann Reinach wenige Monate nach seinem Eintritt in den Gemeinderath in die Stadtverwaltung zu rufen, glücklich die

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