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Im deutschen Reich · 1896-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1896) · p. 398

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1896)
Article
Norderney
Date
1896-07-01
Page
398 (sequence 2)
Language
German
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398 Im deutschen Reich. und Badearzt. Ebenso sind sämmtliche Wirthe auf Amrum deutsch-national gesinnt." Leipzig, 10. Juli. Die Redakteure der „Schlesischen Zeitung" in Breslau, Fleischer und Schottky, waren seiner Zeit wegen öffentlicher Beleidigung des Breslauer Magistrats, begangen durch eine antisemitische Auslassung bezüglich des Ankaufs des Rittergutes Weidenhof durch die Stadt Breslau, zu Geldstrafen mrurtheilt worden. Das Reichsgericht hat das Urtheil gegen Fleischer aufgehoben, die Revision Schottky's dagegen verworfen. K Meerane i. Sachsen, 10. Juli. Wie bereits mehrfach gemeldet wurde, haben die hiesigen Bürger jüdischen Glaubens von dem Stadtrath die Überlassung eines Zimmers in der Bürgerschule für die Ertheilung des mosaischen Religionsunterrichts vergeblich erbeten. Der hiesige Rath lehnte das Gesuch mit der Erklärung ab, daß es dem konfessionellen Charakter der Schule widerspreche, nichtchristlichen Religionsunterricht in dem Schulgebäude abhalten zu lassen. Dagegen ist Beschwerde bei der König!. Kreishauptmannschast zu Zwickau eingelegt worden. In der Beschwerde wurde auf die Bestimmungen über das sächsische Volksschulrecht verwiesen, welche den Religionsunterricht als unerläßlichen Unterrichtsgegenstand bezeichnen und der betreffenden Religionsgesellschaft die Pflicht auferlegen, für denselben in ausreichender Weise zu sorgen. Die Meeraner Israeliten waren nicht in der Lage, ein anderweites Unterrichtslokal zu beschaffen und durften die Erfüllung ihres an den Rath gerichteten Gesuchs um so mehr erwarten, als sie von Seiten der Stadt zu den allgemeinen Schullasten herangezogen sind, als sie die jüdischen Kinder durch den Religionsunterricht zu gottesfürchtigen Menschen erziehen laffen wollen, als ferner in anderen sächsischen Städten nicht nur in dem benachbarten Chemnitz, sondern auch in Bautzen, Zittau u. s. w. langst demselben Gesuch bereitwilligst entsprochen worden ist. O München, 1. Juli. Das hier erscheinende antisemitische „ Deutsche Volksblatt" sah sich durch den peinlichen Eindruck, welchen der Trinkspruch des Präsidenten der deutschen Kolonie in Moskau auf viele Bayern gemacht hat, sofort zu der völlig aus der Luft gegriffenen Behauptung veranlaßt, Cames a s k a sei ein Jude. Es ist inzwischen nachgewiesen worden, daß die Familie Camesaska italienischer Herkunft ist und sich stets zur katholischen Religion bekannt hat. Nürnberg, 10. Juli. Der „Fränkischen Tagespost" wird aus München geschrieben: „Die praktischen Erfolge der Antisemiten

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