Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1896)
- Article
- Köln
- Date
- 1896-06-01
- Page
- 329 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 329 führt und nachher wird man finden, daß die Guillotine des § 8 auch sehr gut für katholische Hälse paßt." Ueber eine von französischen Klerikalen angeregte Kundgebung sprach sich dasselbe Blatt wie folgt aus: „Bedenklich erschien uns, daß dieselbe Kundgebung in einer Huldigung für einen skandalsüchtigen Journalisten Drumont gipfelte, für den unlängst noch als angeblich unschuldig Verfolgten durch sein mit einer Dornenkrone versehenes Bild die ekelhafteste aller Reklamen gemacht worden ist. Nichts Widersinnigeres, als eine solche Persönlichkeit als Vorbild und Lehrer der Jugend hinzustellen:, der katholische Gedanke kann durch eine Berührung mit dergleichen nicht mehr gewinnen, als durch jene mit dem Theater-Boulanger." ri Koblenz, 10. Juni. Der hier so ziemlich unter Ausschluß der Oeffentlichkeit erscheinende antisemitische „Volksfreund" rempelt die katholische „Koblenzer Volkszeitung" an, weil dieselbe zur Ausdehnung ihres Geschäftsbetriebes zwei Häuser in der Gpmnasialstraße für 147 000 Mk. unter Vermittelung eines jüdischen Agenten gekauft hat. Dasselbe edle Blättchen bezeichnet in derselben Nummer den zwar von Juden abstammenden, aber als Christen geborenen und erzogenen Fritz Friedmann als „jüdischen" Rechtsanwalt und Lischt unter der Spitzmarke: „Ein Ritualmord vereitelt" eine Geschichte von einem Menschenauflauf auf, der vor einiger Zeit in dem ungarischen Städtchen Bereell im Komitat Neograd sich ereignete, aber sehr harmlos endigte. Jener Auflauf entstand, weil man zwei christliche Knaben am Freitag vor Pfingsten zu Juden hatte gehen, aber nicht sogleich zurückkommen sehen; derselbe legte sich ohne Eingreifen der auf dem Platz erschienenen beiden Gensdarmen, als die zurückkehrenden beiden Knaben erklärten, daß sie nur Lichter ausgelöscht hätten, was fromme Juden während der Sabbathruhe nicht selbst verrichten dürfen. t3 Hagen i. W., 10. Juni. Ueber die in Nr. 5 d. Zeitschrift erwähnte Verurtheilung des „Deutsch-sozialen Reform-Vereins für Hagen und Umgegend" wegen Beleidigung der Hagener jüdischen Geschäftsleute ist noch Folgendes zu berichten: Auch im verflossenen Jahre gelangte ein von genanntem Verein herausgegebenes Weihnachtsflugblatt in Hagen und Umgebung zur Verbreitung. Es hieß dort unter Anderem: „In jüdischen Geschäften ist fast Alles Blendwerk. Ter Jude versteht es, schlechten Waaren ein besseres Aussehen zu geben". Ferner war ein längst als erdichtet nachgewiesener angeblicher Ausspruch des Rabbiners Wise, in welchem letzterer in der jüdischen Zeitschrift „Deborah" sich gotteslästerlich über die