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Im deutschen Reich · 1896-05-01 · Heft 5 (Mai 1896) · p. 283

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 5 (Mai 1896)
Article
Hof
Date
1896-05-01
Page
283 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 283 und Vorlegung der Akten. Der Hofer Magistrat forderte.darauf den städt. Bezirksthierarzt zur Berichterstattung über die in der Beschwerdeschrift aufgestellte Behauptung auf, daß die räumlichen Verhältnisse des alten Schlachthauses und gewisse Anordnungen hinsichtlich der Schlachtzeit dieVornahme des Schächtens sehr wohl ermöglichen. Auf Grund des vom BezirksthierarzLe abgegebenen Gutachtens unterbreitete der Magistrat die Beschwerdeschrift nebst den Men der Kgl. Kreisregierung mit der Erklärung, daß er auf seinem ablehnenden Beschlüsse beharre. Es ist aber nicht anzunehmen, daß die Regierung mit dieser Beharrlichkeit einverstanden sein wird, weil das Hofer Schächtverbot mit dem Ministerialbeschluß vom 29. Juni 1863 in schroffstem Widerspruch steht. Der „Hofer Anzeiger" berichtet: „Bon gut insormirter Seite wird uns aus Wunsiedel geschrieben: „Die Geschichte mit den Menschenknochen in der Leimsiederei des Alois Löw in Königsberg a. E. erschien in einem der gelesensten antisemitischen Blätter Deutsch-Böhmens in krassester Weise ausgeschmückt. Jeder Unbefangene erkannte darum aber auch sofort die Tendenz jenes Artikels und wußte, daß es sich um nichts Anderes handle, als einen eklatanten Beitrag zur Judenhetze zu liefern. „Verarbeitung von Menschenknochen in der Leimsiederei des Juden Alois Löw in Königsberg" prangte in gesperrten Lettern über der sensationellen Nachricht. — Mit einer Lüge begann der Aufsehen erregende Artikel: „Der Arbeiter Tröger sei an Stelle einer geforderten Lohnerhöhung von 20 Kr. mit Ohrfeigen traktirt worden." Und dann ging's an das Ausschlachten des Vorkommnisses mit dem Menschenknochen. Jeder Einsichtsvolle wird begreifen-, daß es einmal vorkommen kann, daß unter den aus allen- Gegenden bezogenen Änochenmassen durch irgend einen Zufall — man nehme nur bic oft frühzeitige Ausgrabung von Friedhöfen, in Großstädten, aus Schlachtfeldern :c. — die Verschleppung durch Thiere ee. an, — ein menschlicher Knochen seinen Weg mit in die Leimfabrik nimmt. Wird ein solcher menschlicher Knochen bemerkt, so wird er selbstverständlich ausgeschieden und begraben. Ein Anderes kann nur * verkommen, wenn der Arbeiter der Knochenzerkleinerungs-Maschine einen solchen Knochen übersehen sollte, was jedoch kaum je vorkam, zum Mindesten nie gestattet ist. — Das den Knochen vorher entzogene Fett, das Knochenfett, wird zur Seifenfabrikation und zur Herstellung von Maschinenschmiere verwendet. — lieber die Margarinefabrikation wacht, wie bekannt, des Gesetzes Auge, und Margarine wird bekanntlich aus Rindertalg gewonnen. Tie ganze

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