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Im deutschen Reich · 1896-05-01 · Heft 5 (Mai 1896) · p. 246

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 5 (Mai 1896)
Article
Antisemiten-Galerie
Date
1896-05-01
Page
246 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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246 3m deutschen Reich. Miquel zu 1 Monat Gefängniß, wegen Majestätsbeleidigung zu 8 Monaten Festung, wegen Beleidigung richterlicher Beamten zu 6 Wochen Gefängniß, wegm Beleidigung zweier Journalisten zu 560 Mk. Geldstrafe verurtheilt. Becker, Walther (Kurt Reuß), cand. phil. in Tübingen, Verfasser von „Der Messias der Juden" und „Thing“, wurde am 16. Mai wegen Majestätsbeleidigung zu 2 Monaten Festung verurtheilt. Dieselbe Strafe traf den Verleger der Schrift „Thing", Buchhändler Julius Becker in Gera. Behne, Pastor aus Wallensen in Hannover, erhielt wegen Meineids 4 Jahre Zuchthaus. Behnisch, Kaufmann, ein Wortführer der Antisemiten in Altona, wurde wegen Wechselfälschung verhaftet. Bellmann, der Redakteur der „Westfälischen Reform" in Dortmund, welcher das Frankfurter Oberlandesgericht im Liebmann- Prozeß der Parteilichkeit beschuldigt hatte, erhielt deshalb eine sechsmonatliche Gefängnißstrafe. Boerger, Expedient der antisemitischen „Wests. Reform", hatte wegen Betruges und Unterschlagung eine einjährige Gesängnißstrafe zu verbüßen. Brandt, Gustav, der Inhaber einer antisemitischen Restauration in Bromberg, wurde wegen Betrugs zu 6 Monaten Gefängniß und 306 Mk. Geldstrafe, wegen Betrugsversuchs zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Brimann, Aron, ein Jude aus Rumänien, welcher, nachdem er Weib und Kind verlassen, in Holland eines Plagiats und einer Fälschung überführt worden ist, trat erst zum Protestantismus, dann zum Katholicismus über, gab in Paderborn unter dem Namen „Or. Justus" den „Judenspiegel" heraus und wurde von dem Abgeordneten Liebermann von Sonnenberg im Reichstag als „Talmud-Autorität" citirt. Nachdem Brimann noch in Innsbruck sich der Fälschung eines Zeugnisses und mehrerer Heirathsschwindeleien schuldig gemacht hatte, wurde er in Wien wegen Urkundenfälschung zu Kerkerstrafe und Landesverweisung verurtheilt. Nach Verbüßung der Strafe wollte er in Rom zum Judenthum zurückkehren, verschwand aber, als der Rabbiner einen öffentlichen Widerruf seiner Anklagen zur Bedingung stellte, tauchte dann noch einmal in katholischen Kreisen in Paris auf und ist seitdem spurlos verschollen.

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