Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 4 (April 1896)
- Article
- Dresden
- Date
- 1896-04-01
- Page
- 230 (sequence 2)
- Language
- German
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230 Im deutschen Reich. die Spalten desselben verschließe". — In Folge dieser Vorstellung wurde dem ältesten Vorsteher der Dresdner Gemeinde vom Herrn Geheimrath von Bosse am 8. Februar amtlich eröffnet: der betreffende Artikel sei nicht amtlich geschrieben, sondern in der ThaL Privatarbeit eines hiesigen Kreisen nicht Angehörigen, auch die Regierung finde die betreffende Stelle ungehörig, sie werde dem Redakteur ihr Bedauern über deren Aufnahme kundgeben und ihn ar.weisen, den in Aussicht gestellten Artikel über die Juden nicht aufzunehmen. — Unter den am Geburtstage des Königs Albert am 23. April erfolgten Ernennungen befindet sich diejenige des Vorstehers der Israel. Religionsgemeinde zu Dresden, Rechtsanwalt Gustav Meyer, zum Justizrath. <p. Pirna a. d. Elbe, 16. April. Etwa vier Pfennige für 100 Mark erhalten die Gläubiger nach dem Ergebniß des nunmehr beendeten Konkursverfahrens, welches über den Nachlaß des ehemaligen Bankdirektors Weiß hier eingeleitet worden war. In Folge dieses überaus traurigen Ergebnisses erhielt z. B. ein Schlächtermeister für seine 214 Mk. betragende Forderung volle und ganze neun Pfennige, während im Uebrigen noch mehrfache Theilbeträge von nur einem und zwei Pfennigen seitens des Konkursverwalters zur Auszahlung gelangen. Diese bereits wörtlich in der „Staatsbürger-Ztg." (Nr. 176) enthaltene Mittheilung ist völlig zutreffend, wenn aber das erwähnte Blatt durch Einschaltung zweier Ausrufungszeichen hinter dem Namen Weiß anzudeuten versucht, daß Weiß Jude sei oder von Juden stamme, ist es auf dem Holzwege. Weiß war ebenso, wie der vielen Pirnaern unvergeßliche Bankdirektor Bretschneider, ein unverfälschter Arier. Daß in dem Verfahren der „Staatsbürger-Ztg." ein System liegt, hat schon der Fall Paduch bewiesen, da das erwähnte Blatt eine Notiz des „Berliner Tageblattes" über die Verhaftung des Kaufmanns Paduch in Ostrowo wörtlich abdruckte, aber vor dem Namen des Verhafteten das Wörtchen „jüdischen" einfügte. Thatsächlich ist aber der auf Antrag seiner von ihm verlassenen Frau wegen Meineids sestgenommene Paduch nicht nur kein Jude, sondern als Antisemit ein politischer Gesinnungsgenosse der Redakteure der „Staatsbürger- Zeitung"! n Bamberg, 15. April. Von dem hiesigen Schöffengericht wurde der Kommissionär Rudolph Wunderlich wegen Betruges und Unterschlagung zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt. Wunderlich machte dem hiesigen Wirthschaftspächter Richter, welchen er in einer