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Im deutschen Reich · 1896-04-01 · Heft 4 (April 1896) · p. 190

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 4 (April 1896)
Article
Schlimme Rathschläge
Date
1896-04-01
Page
190 (sequence 4)
Language
German
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190 deutschen Reich. Mensch ist, zwischen den Werken eines Jaffö, Loewenfeld, Breßlau, Rosenthal rc. einerseits, denjenigen eines Waitz, Giesebrecht, Ranke rc. andererseits keine Verschiedenheit der Auffassung finden können, während ein solcher zwischen protestantischen und der Mehrzahl der katholischen Forscher, z. B. Janffen, Hefele, Pastor, doch in der That existirt. Ebenso tiefes Bedauern wie über diesen Aufsatz empfinden wir, wenn wir die von einem österreichischen Juden, dem Dr. jur. Theodor Herzl, verfaßte Broschüre „Der Judenstaat" (Verlag von M. Breitenstein in Wien) und eine neuerdings erschienene Schrift eines anderen Glaubensgenoffen „Vor dem Sturm". (Ernste Mahnworte an die deutschen Juden. Von Or. Bernhard Cohn, Berlin, Wesemann) lesen. Bei ihrer Lektüre muß man wahrlich an die Worte des Dichters denken: ,,Das ist der Fluch der bösen That, Daß sie fortzeugend Böses muß gebären!" Der Antisemitismus schädigt die jüdische Bevölkerung Deutschlands in ihrem Erwerbe, in der Achtung ihrer Mitbürger und vielfach auch im Wirken zu gemeinnützigen Zwecken. Innerhalb großer Gruppen der christlichen Bevölkerung erweckt er die niedrigsten Triebe, Neid, Begehrlichkeit, Selbstüberhebung, und untergräbt auch Rechtsgefühl und Gehorsam gegen die Obrigkeit, die Grundlage jedes geordneten Staatswesens. Das erwähnte Buch zeigt, daß der Antisemitismus auch in einzelnen Juden das Bewußtsein erschüttern kann, daß man sich bei Ausübung des Staatsbürgerrechts von nichts Anderem als von der Liebe zum Vaterlande leiten laffen darf. Bekanntlich macht in Schiller's Räubern Spiegelberg seinen Genossen, als sie auf der Flucht vor der Polizei nicht wissen, womit sie ihren Lebensunterhalt gewinnen sollen, den scherzhaften Vorschlag, die Juden der ganzen Welt nach Palästina zu führen und dort einen eigenen Staat zu begründen. „Das wird ein Viktoria abgeben, Karl, wenn sie wieder in's Trockne kommen und Jerusalem wieder aufbauen dürfen. Jetzt frisch mit den Türken aus Asien und Cedern gehauen aus dem Libanon und Schiffe gebaut und geschachert mit alten Borten und Schnallen das ganze Volk." Wenn Moor erwidert, „mit den Narrenstreichen ist's nun am Ende," so sehen wir doch in der kürzlich erschienenen Broschüre

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