Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 3 (März 1896)
- Article
- Jauer
- Date
- 1896-03-01
- Page
- 161 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 161 tage für den Antrag Kanitz gestimmt. Trotzdem entwirft Herr Jskraut ein Bild von den Agrariern, das wenig erbaulich erscheint. In Folge der erlassenen Anzeigen hatten sich viele Bündler eingefunden; man konnte deutlich die langen. Gesichter sehen, die dieselben bei den Schilderungen, des Redners über die selbstsüchtigen Bestrebungen der echten Agrarier machten. Herr Jskraut hat sich nicht nur nicht entblödet, den Liberalismus anzugreisen, sondern auch unfern Reichstagsabgeordneten in ungerechter Weise zu apostrophiren, — mit welchem Erfolg, das bewies die kurze schlagende Erwiderung des Herrn Krause, welcher die Versammlung auf das Bibelwort verwies: „Hütet Euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu Euch kommen, innen sind sie reißende Wölfe." Herr Krause schloß seinen Protest gegen die Verunglimpfungen des Reichstagsobgeordneten Herrn Dr. Hermes mit einem dreifachen Hoch auf den Letzteren, in das die Versammlung stürmisch einstimmte. Herr Jskraut erklärte nach solcher Abweisung, er hätte kein Schafskleid an, das änderte aber die Stimmung gegen ihn nicht. Obwohl er wieder fast eine Stunde brauchte, um die kurze Rede des Herrn Krause zu widerlegen, mußte er mitsammt den Herren Wagenfabrikant Schloske und Ackerbürger Springer abgekühlt abziehen; jedenfalls wird ihm die Wiederkehr etwas verleidet sein." X Gnesen, 19. März. In Nr. 280 der „Gnesener Ztg." wurde s. Z. Folgendes veröffentlicht: „Ein Rabbiner als Wucherer. Der Rabbiner Silber aus Lublin (Polen), der im Rufe eines frommen Mannes steht, wurde wegen vieler Wuchereien zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt." Diese auch in dem Graudenzer „Geselligen" enthalten gewesene Notiz erweist sich als unrichtig. In Nr. 51 des Warschauer Blattes „Hazefira" wird mitgetheilt, daß der. (nur den Titel, nicht das Amt eines Rabbiners führende) Salomon Silber aus Wonwolizi bei Lublin von der Obergerichtskammer zu Warschau in 2. Instanz gänzlich freigesprochen worden ist und auch sämmtliche gegen ihn erhobenen Civilforderungen abgewiesen worden sind. □ Tchönlanke, 6. März. Zum Stadtverordneten-Vorsteher wurde hier .Herr A. Baruch, zum Stellvertreter Herr H. Levy und zum Schriftführer des Stadtverordneten-Collegiums Herr M. Badt gewählt. 8 Pr. Stargard, 10. März. Herr Fabrikbesitzer Arie Goldfarb ist als Beigeordneter, Herr I. Wolssheim als stellvertretender Stadtverordneten-Vorfteher wiedergewählt worden. + Insterburg, 11. März. Zum Stellvertreter des schwer erkrankten Herrn Bürgermeisters Dr. Kirchhof ist Herr Stadtrath Jsaac 11*