Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1896)
- Article
- Settegast, H. [Rezension]
- Date
- 1896-02-01
- Page
- 123 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschau. L28 Entschiedenheit denjenigen entgegen, welche die einfachen Grundsätze der Freimaurerei zu Gunsten einer auf Mystizismus und Konfessionalismus beruhenden Umbildung zu verpfuschen suchten. Ihm gilt die humane und vernünftige Entwickelung des Menschengeschlechts als der eigentliche Zweck der steimamerischen Gemeinschaft. Er sagt in der Einleitung der vorliegenden Schrift: „Das sogenannte „christliche Prinzip" schließt die Juden vom Menschheitsbunde, wie ihn die drei altpreußischen Logen verstehen, aus. Wie man das christlich nennen kann, bleibt dunkel/' Der Verfasser führt diesen Gedanken in dem Kapitel „Das christliche Prinzip in der Freimaurerei" noch weiter aus, indem er schreibt: „Der Geist und das Wort Christi sagt: „Kommet her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken"; der Berliner Dreibündner aber fügt hinzu: „Soweit ihr nicht Juden se'.d!" Und das soll mit dem „christlichen Prinzip" eines Menschheitsbundes im Einklänge stehen. Komme man doch nicht mit dem Einwande, daß es ja dem preußischen Nichtchristen unbenommen bleibe, sich in außerpreußischen Logen, die das sogenannte christliche Prinzip nicht gelten lassen, Aufnahme zu suchen, um sich sodann einer Loge des Berliner Dreibundes als „besuchender Bruder" anzuschließen. Daß es für einen „freien Mann von gutem Ruf" demüthigend ist, durch eine Hinterthür Einlaß in dm Tempel einer Loge des „christlichen Prinzips" zu erlangen, ist doch einleuchtend. Dazu kommt, daß ihm auch dann, wenn auf solchem Schleichwege der Eintritt in die Separatistenloge gelungen wäre, versagt bleibt, zu den höheren Graden bezw. Erkenntnißstufen dieser Logensysteme aufzusteigen. Ist daran auch nichts gelegen, so verbirgt sich in dieser Maßregel doch eine für den Juden kränkende Zurücksetzung, die der Idee der Freimaurerei widerspricht." „Die Geschichte von den Schicksalen der Anhänger des mosaischen Gesetzes", so läßt sich.Heinrich Zschokke vernehmen, „ist die Geschichte von der Schmach des menschlichen Geschlechts. Wer sie mit Würde und gründlicher Ausführung schreiben wollte, muß, wenn er kein Menschenfeind ist, über die Arbeit zum Menschenfeind werden. Ein Beispiel geben diejenigen Freimaurerlogen, die sich als blos christliche Stiftungen betrachten und daher weder Juden noch Muhamedanern Zutritt bei sich gestatten, da doch eben das das Herrlichste und Edelste in der Bestimmung der Maurerei ist, daß sie das im Menschengeschlechte wieder zur großen Gottesfamilie vereinigen soll, was durch kirchliche Meinungen, wie durch politische und bürgerliche Verhältnisse feindseliger Weise von einander geschieden wohnt. Giebt die Maurerei den Gedanken an das Urverhältniß der Sterblichen zu sich selbst, die Idee des Maurerthums auf, so giebt sie sich selbst auf und verliert ihre ganze Bedeutung, ihren einzigen Werth."