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Im deutschen Reich · 1896-02-01 · Heft 2 (Februar 1896) · p. 114

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 2 (Februar 1896)
Article
Karlsruhe
Date
1896-02-01
Page
114 (sequence 2)
Language
German
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114 Im deutsches Reich. Uriheil des Schöffengerichts bestätigte und dem Angeklagten auch noch sämmtliche Kosten auferlegte. V Heidelberg, 10. Februar. Die Nr. 2 des „Badischen Volksboten" wurde wegen der darin enthaltenen Artikels „Jüdische Sitten und Gebräuche" beschlagnahmt. Außerdem wurde wegen dieses Artikels gegen die Redaktion des „Badischen Volksboten" Anklage auf Grund § 166 des Str.-G.-B. erhoben.? Schwerin i. Meckl., 15. Februar. Der gegen 400 Mitglieder zählende hiesige Männerturnverein feierte am 30. v. M. das 25 jährige Vorstands-Jubiläum seines Vorsitzenden, Herrn Siegmund Pincus, in herzlicher Weise. Das zu Ehren des tüchtigen Turner-Jubilars veranstaltete Fest nahm einen glänzenden Verlauf; dem verdienten „Gauführer des Obotritengaues" wurde auch bei der sehr animirten Festkneipe mannigfache Anerkennung zu Theil. *** Petersburg, 6. Februar. Der „Woschod" berichtet: Auf dem jüdischen Friedhofe zu Zarskoje-Selo wurde am 15. Januar alten Styls der verdiente Feldwebel des Leib-Garde-Jäger-Bataillons, Sch. Tscherkasskij, begraben. Diese Beerdigung erregte Aufsehen durch die dem Verstorbenen von seinen Vorgesetzten und Kameraden erwiesenen Auszeichnungen. Offiziere, darunter solche mit aristokratischen Namen, trugen den Sarg und begleiteten denselben bis zum jüdischen Friedhof. Tscherkasskij, der 38 Jahre aktiv gedient, hatte an mehreren Feldzügen theilgenommen und außer anderen Ehrenzeichen auch das St. Georg-Kreuz erworben. In der Grabrede pries der Petersburger Rabbiner Dr. Drabkin den Verstorbenen als einen treuen Diener des Kaisers und des Vaterlandes, der auch dabei der Religion seiner Väter in jeder Weise treu geblieben sei und, wie die großartige Betheiligung an seiner Beerdigung zeige, dadurch erst recht die Achtung seiner Vorgesetzten erworben habe. Wie die „Petersburger Zeitung" meldet, wurde hier vier Tage später das 50jährige Dienstjubiläum des jüdischen Feldwebels der Garde-Kavallerie Abel Oschansky in der Manege des Regiments der Kaiserin Marie Feodorowna gefeiert. Der Regimentskommandeur, General-Major Grünwald, stellte allen Mannschaften des Regiments den treuen 50jährigen Dienst des Olschanski als Muster vor, worauf dem Jubilar Geschenke dargebracht wurden: von den Offizieren des Garde-Kavallerie-Regimentes ein massiver silberner Krug nebst einem Becher; außerdem eine größere Geldbelohnung re.

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