Mannheim
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Im deutschen Reich · 1896-01-01 · Heft 1 (Januar 1896) · p. 66

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 1 (Januar 1896)
Article
Mannheim
Date
1896-01-01
Page
66 (sequence 2)
Language
German
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66 3m deutschen Reich. als antisemitisch ausgegebenen Druckerei wird nun auch, wie die „Volksstimme" mittheilt, ein neues sozialdemokratisches Blatt der Rüdt'schen Richtung „Die Freiheit" hergestettt.- „Deutsch-sozial" (wie sich die Antisemiten zu nennen belieben) und anarchistisch-revolutionär, — wenn die Spekulation nicht zieht, zieht garnichts mehr." § Straßburg i. Elsaß, 5. Januar. An der Einweihung der Synagoge in Balborn i. Elsaß nahmen der Herr Kreisdirektor Swiersen und der protestantische Ortspfarrer, Herr Pastor Kiefer, Lheil. Nachdem der Oberrabbiner die Synagoge geweiht und noch zwei andere Rabbiner Reden gehalten hatten, hob Herr Pastor Kiefer in seiner Ansprache heröor- „daß, wenn es auch verschiedene Religionsbekenntnisse gebe, alle dennoch ein gemeinsames Ziel verfolgten, den Willen Gottes zu thun und denselben zu bethätigen in den Werken der allgemeinen Menschenliebe." * Debreczin, 2. Januar. Di*. Andreas Forrari, welcher zum Obcrftuhlrichter ernannt wurde, ist der erste Munizipalbeamte jüdischen Glaubens im Hajduer Komitat. 0 Warschau, 10. Januar. Die „Katholische Revue" (Przglud katolicki) berichtete in den Nummern 48 bis f>l ausführlich über einen Hirtenbesuch, bei welchem der Bischof von Plock, Michael Nowodworski, in Serok von dem in Begleitung zahlreicher Israeliten erschienenen Rabbiner mit einer hebräischen Ansprache begrüßt wurde. In einer längeren Erwiderung dankte der Bischof dem Rabbiner und dem jüdischen Gcmeinderath für ihr Erscheinen und sagte dabei u. A.: „Inmitten der jetzigen antisemitischen Strömung bezeugt Ihr dadurch, daß Ihr es wißt, wie die katholische Kirche stets die Juden gegen die Ausbrüche der Gehässigkeit der Volksmasscn vertheidigte, wenn bei diesen Massen die heilige Lehre der evangelischen "Nächstenliebe nicht genug durchgedrungen war. Aber es ist noch ein anderer Grund, ein höherer, weshalb das Erscheinen der Herren mich freu*. Euer Gott, der Gott Abrahams, Israels und Jakobs, ist auch unser Gott; Eure heilige Schrift ist auch unsere heilige Schrift; aus Euren Psalmen beten wir in unseren Kirchen und ich will noch mehr sagen: aus Eurem Volk stammt die irdische Hülle unseres Erlösers und gingen unsere ersten Apostel hervor. Wir haben also viel Gemeinsames, obgleich gerade mit dem, welcher zur Erlösung Aller kam, und welchen Eure Väter nicht anerkannt haben. Euer Zerwürfnis; mit uns ansmg und die Geschichte Eures Unglücks begann. Es giebt aber Prophezeiungen, die uns eine helle Zukunft Vorhersagen, die Euch mit Allen und Alle mit E ich aussöhnen wird. Diese Aussöhnung kann keine andere sein, als nur durch de Liebe und in der Liebe. Uns liegt cs ob, aus der Quelle der Liebe und des Lebens immer voller und weiter zu schöpfen und Euch gebührte es, zu derselben zu kommen — und dann wird in Jerusalem

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