Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1896)
- Article
- Leipzig [Nachricht]
- Date
- 1896-01-01
- Page
- 65 (sequence 1)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 66 b Leipzig, 10. Januar. Von einem Leipziger Gelehrten wird eine kritische Ausgabe des Talmud, vorbereitet. Die „Jüd. Presse" hofft, demnächst in der Lage zu sein, darüber nähere Mittheilungen zu machen. # Heidelberg, 26. Januar. Wegen Beleidigung des Herrn Verlagsbuchhändlers Max Levy in Stuttgart ist der bekannte Redakteur des „Badischen Volksboten", Herr Adolf Schwaiger, von dem hiesigen Großherzogl. Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 15 Mk., an deren Stelle im Falle der Uneinbringlichkeit eine Gefängnißstrafe von drei Tagen tritt und zur Tragung der Kosten verurtheilt worden. Zugleich wurde dem Privatkläger die Befugniß zuerkannt, den Urtheilstenor binnen vier Wochen nach Rechtskraft des Urtheils durch je einmaliges Einrücken im „Bad. Volksboten" und in der „Neuen Bad. Landeszeitung" auf Kosten des Verurtheilten öffentlich bekannt zu machen. — In Folge der von Herrn A. Gumbel in Heilbronn angestrengten Beleidigungsklage ist der Redakteur des „Bad. Volksboten", Herr Adolf Schwaiger, vom Schöffengericht zu Heidelberg zu 20 Mk. Geldstrafe und zur Tragung sämmtlicher Kosten verurtheilt. Außerdem ist Herrn Gumbel Publikationsbesugniß für das „Heidelberger Tageblatt" . ertheilt worden. In dem badischen Orte Rappenau fand Ende September eine antisemitische Versammlung statt, in welcher drei antisemitische Größen, die Herren Liebermann von Sonnenberg, Konsul Köster und Redakteur Stein von Heidelberg sprachen. Diesen drei Herren trat Herr Gumbel mit Erfolg entgegen. In einem Bericht über diese Versammlung warf der „Volksbote" Herrn Gumbel „unverschämtes Auftreten" vor. . Obgleich Herrn Gumbel wenig stört, was das badische Blättchen über ihn schreibt, stellte er doch Strafantrag, weil er es für die Pflicht eines jeden Juden hält, sich gegen antisemitische Angriffe zu wehren. — Der „Badische Volksbote" vom 25. Januar berichtet: „Am- Mittwoch Vormittag wurden unsere Geschäftsräume, sowie die Wohnung unseres Redakteurs, Hrn. Adolf Schwaiger, einer Haussuchung unterzogen. Gesucht wurde nach dem Manuskript des in Nr. 2 des „Bad. Volksboten" veröffentlichten Artikels „Jüdische Sitten und Gebräuche". Beide Haussuchungen blieben erfolglos. Die Nr. 2 wurde beschlagnahmt und gegen den Redakteur Schwaiger die Anklage nach $ 166 (Beschimpfung der israelitischen Religionsgemeinschaft) eröffnet." X Mannheim, 10. Januar. Das „Neue Mannh. Volksblatt" bringt unter der Spitzmarke: „Antisemitische Tüchtigkeit" folgende Mittheilung: „Es wird nur wenigen Menschen in Mannheim bekann sein, daß in einer kleinen Druckerei der Schwetzinger Vorstadt, die sich „Badische Verlagsanstalt" nennt, seit einigen Wochen ein Blatt „Kur- Pfälzischer Herold" gedruckt wird, das antisemitisch sein soll, dessen Tendenz wir aber bis jetzt noch nicht haben enträthfeln können. In dieser 5