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Im deutschen Reich · 1896-01-01 · Heft 1 (Januar 1896) · p. 64

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 1 (Januar 1896)
Article
Dresden
Date
1896-01-01
Page
64 (sequence 2)
Language
German
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64 3m deutschen Reich. Dr. Heinrich Landesmann alias Hieronymus Lorm (den Schwager Berthold Auerbachs) in Wort und Schrift feierte! 39 angesehene hiesige Bürger jüdischen Glaubens erließen im „Dresdener Anzeiger" nachstehende Erklärung: Die Unterzeichneten erklären in tiefster Entrüstung über diese, bei der „von Parteischranken losgelösten und alle Kreise der Bevölkerung umfassenden Jubelfeier" vom Festredner, einem Jugendbildner, seinen Mitbürgern jüdischen Bekenntnisses zugefügte Kränkung: 1. Wir und unsere Glaubensgenossen in Deutschland sind, der weitaus überwiegenden Mehrzahl nach schon durch Geburt, alle aber durch Bildung und Erziehung, Verfassung und Gesetz, Deutsche und lassen uns dies unser Deutschthum nicht nehmen. 2. Die Behauptung: wir und unsere Glaubensgenossen hätten „kein Herz für unseres Vaterlandes Größe und seine Ehre" widerspricht der Wahrheit und der Geschichte so tief, wird durch das Verhalten unserer Glaubensgenossen in Deutschland in Krieg und Frieden, in Rath und That, in Mitarbeit und Mitleiden so sehr Lügen gestraft, daß es Empörung erregen muß, wie zumal an solchem Tage, bei solchem Feste, aus solchem Munde eine so unwürdige, undeutsche Verurtheilung deutscher Mitbürger stattfinden konnte. 3. Gabriel Rießer, der nachmalige Vizepräsident des Frankfurter Parlaments, schrieb vor zwei Menschenaltern: „Wer mir den Anspruch auf mein deutsches Vaterland bestreitet, der bestreitet mir das Recht auf meine Gedanken, meine Gefühle, auf die Sprache, die ich rede, auf die Luft, die ich athme. Darum muß ich mich gegen ihn wehren wie gegen einen Mörder." Diese Worte drücken unsere und unserer deutschen Glaubensgenossen — nicht blos „weniger rühmlichen Ausnahmen" — Stellung und Empfindung aus. Dresden, den 20. Januar 1896. Rechtsanwalt Dr. Wm. Altschul. Max Arnhold. Joseph Bondi. Fritz Chrambach. Max Chrambach. N. Eckstein. Mar Elb. Bruno Fuchs. Carl Samuel Glückmann. A. Graetz. Direktor Emil Günzburger. Julius Guttentag. Julius Horwitz. Julius Jacoby. Wilhelm Kronheim. Rechtsanwalt Emil Lehmann. Oscar Lesser. Max Levi. Paul Levi. Ignatz Maron. Richard Mattersdorff. Alfred Mendel. Dr. Otto Nauen. Eugen Oppler. Max Pflaum. Julius Rosenthal. Louis Rosenthal. Edmund Salomon. George Salomonski. Adolf Salzburg. Adolph Schleich. Heinrich Selowsky. Julius Selowsky. Dr. Sorauer, Stabsarzt a. D. A. Swarzenski. Rechtsanwalt Dr. Leon Töplitz. Gustav Tuchler. Dr. I. Winter. Moritz Zobel.

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