Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1895-12-01 · Heft 6 (Dezember 1895) · p. 315

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 6 (Dezember 1895)
Article
Heidelberg
Date
1895-12-01
Page
315 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2316602-2316604-2316610--00578-2317980
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Korrespondenzen. 315 Schutz. Was die Petition anlange, so wundere es ihn, daß die Antisemiten das Werk nicht schon auf eigene Kosten hätten übersetzen lassen. Er sei sich wohl bewußt, daß seine Ausführungen seinen Parteigenossen und ihm manche abfällige Kritik zuziehen würden, daß fie vielleicht manche Stimme verlieren würden, aber er nehme alle Konsequenzen auf sich. Diese unmoralische Agitation gegen alle Juden bezeichne er als einen Schandfleck der Zeit, gegen sie sollten Gesetze erlaffen werden, um diesen Fleck zu vertilgen. — In Mannheimer Blättern stand am 23. November ein Inserat des Herrn F. Mayer, welches mit der allerdings nicht zu billigenden Einleitung „Ich fürchte Gott und keine Konkurrenz" das Aurora- Gasglühlicht anpries. Die gehässigen Bemerkungen, welche der „Bad. Volksbote" an diese Geschäftsreklame knüpfte, haben die Firma Mayer-Mannheim veranlaßt, gegen den Herrn Redakteur Adolf Schwaiger in Heidelberg Privatklage wegen Beleidigung zu erheben. Auch sonst zeigte sich der feste Wille, sich die Beleidigungen des Redakteurs des „Bad. Volksboten" nicht gefallen zu lassen. In Folge der gegen Herrn A. Schwaiger durch Herrn Eppsteiner in Schriesheim erhobenen Beleidigungsklage fand vor dem Schöffengericht in Karlsruhe Termin statt, in welchem ein Vergleich zu Stande kam, wonach der Beklagte sich herbeiließ, die Kosten zu tragen, 20 Mk. einer Stiftung zu zahlen und den Vergleich zu veröffentlichen. Ebenso sah sich Herr Schwaiger gezwungen, eine von ihm in Nr. 86 des „Bad. Volksboten" über die Firma Gebr. Thießen und Blumenstätter gebrachte Bemerkung als der Wahrheit nicht entsprechend zu widerrufen. Q Offenbach, 10. Dezember. Die hier erscheinende antisemitische „Deutsche Volksmacht" schrieb: „Auf dem diesjährigen Verbandsschießen in Worms konnte es ein „deutscher Staatsbürger" aus dem Badischen, trotz strengster Aufsicht, nicht über sein koscheres Herz bringen, nicht den Versuch zu machen, Unrechter Weise bester Schütze zu werden." Der derartig von der „Deutschen Volksmacht" als Jude verleumdete Schütze, der christliche Malzfabrikant Reubronner von Frankenthal, hat inzwischen gegen die Wormser Schützengesellschaft Privatklage wegen Beleidigung erhoben. Budapest, 18. Dezember. In Folge der Blutbeschuldigung in Garam-Kis-Sallo hat der verleumdete Ignatz Adler den verantwortlichen Redakteur des klerikalen Blattes „Magyar Allam", Emil Szemnecz, verklagt. Nachdem Letzterer als Verfasser des inkriminirten Artikels den römisch-katholischen Pfarrer Johann Fuß genannt hatte, wurde dieser vernommen, welcher auch ohne Weiteres zugab, den Artikel verfaßt zu haben. Die Verhandlung findet nach den Weihnachtsferien statt. cP Kopenhagen, 15. Dezember. Die neueste Volkszählung ergab, daß Dänemark rund 2 500 000 Einwohner zählt, daß die Anzahl der in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.