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Im deutschen Reich · 1895-11-01 · Heft 5 (November 1895) · p. 274

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 5 (November 1895)
Article
Bei der Redaktion ist eingegangen [Nachricht]
Date
1895-11-01
Page
274 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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274 Kücherschau. Bei der Redaktion ist eingegangen: Die Antikritik, Monatsschrift für literarische Verteidigung, herausgegeben von Friedrich Streißler. Heft 1. Leipzig, Verlag von Frühauf u. Lippmann, 1895. N. Samter: Judentaufen im 19. Jahrhundert. Mit besonderer Berücksichtigung Preußens. Breslau 1895. Th. Schatzky. Velhagen und Klasirrg's Monatshefte brachten in der Bücherschau des September- und des Oktoberheftes antisemitische Gehässigkeiten, die zum Theil wörtlich die alten, immer wieder aufgewärmten Phrasen der gewöhnlichen Tagesbläfter über das Judenthum als Religion wie über die' Juden, insbesondere die Juden in Deutschland, enthalten. Da ich die „Monatshefte" für eine vornehme Zeitschrift gehalten, ein Familienblatt zur Bildung und Belehrung, von dem Parteipolitik, jedenfalls aber Verhetzung und Verleumdung fern bleiben müsse, wandte ich mich an die Redaktion mit der Bitte, mir eine rein sachliche Entgegnung auf jene Artikel in ihrem Blatte gestatten zu wollen. Doch die Redaktion „war nicht in der Lage" eine solche Entgegnung aufzunehmen und den Lesern können so die Auslassungen des Verfassers jener Bücherschau — Herrn Paul v. Szczepanski — unbestrittene Wahrheit bleiben. Ilm aber dem .Herrn v. Szez. selbst für seine weitere schriftstellerische Thätigkeit wenigstens den Vorwand des guten Glaubens nicht zu lassen, um zugleich den Lesern dieser Zeitschrift zu zeigen, wie der Antisemitismus gezüchtet wird auch da, wo inan es wahrlich nicht erwarten sollte, möchte ich die verehrliche Redaktion bitten, die folgenden Zeilen gefälligst aufnehmen zu wollen. Man kann Herrn v. Szez. die Freude darüber gönnen, das; das Wort „Antisemiten" einen Artikel in Meyer's Konversationslexikon bildet und daß „über die Berechtigung und Rothwendigkeit der Bewegung kein Zweifel gelassen ist." Mögen die dort genannten Parteiführer und Agitatoren sich ihrer Herostratus-Ilnsterblichkeit noch eine Zeit lang erfreuen, sie haben es durch ihre Kampfesweise erreicht, daß schon heute weite Kreise ihrer früheren Anhänger über ihre öffentliche Thätigkeit ganz anders denken, als im Anfang der Bewegung. Wenn hier wieder der „christliche Staat" in's Feld geführt wird, der einen politischen Einfluß der Juden auf die Dauer nicht dulden dürfe, so möchte ich an die Worte erinnern, die

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