Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 5 (November 1895)
- Article
- Dresden
- Date
- 1895-11-01
- Page
- 269 (sequence 2)
- Language
- German
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iu'rrejpondeitjen. 2*19 )£■§i jene Behauptung als eine elende Verleumdung, deren sich konservative Männer schämen sollten." — Wir meinen, die Letzteren hätten mehr Grund sich zu schämen, das; sie einzelnen Männern, die ihnen jetzt unbequem find, erst zu einer führenden Rolle verholfen haben! Daß die jetzigen Kämpfe zwischen den sächsischen. Konservativen und deutsch-sozialen Reformern den „Deutsch-sozialen Blättern" Liebermann's von Sonnenberg Anlaß zu den wehmüthigsten Betrachtungen geben, ist leicht erklärlich. tz Leipzig, November. Der Vorstand der Leipziger Israelitischen Religionsgemeinde beschloß, den um zahlreiche jüdische Wohlthätigkeitsanstalten in Deutschland hochverdienten Bankier Alp ho ns Jacobson zum Ehrenmitglied der Leipziger Gemeinde zu ernennen. — In Nr. 326 der „Deutschen Wacht" finden wir folgende Notiz: „Ein „Israelitischer Handwerkerverein" hat sich jetzt in Leipzig gebildet, der die Fördenruz des Handwerks im Judenthum unv die Unterstützung seiner Mitglieder bei Arbeitsmangel und in Krankheitsfällen bezweckt. -- Diese Nachricht durfte bei vielen als nicht glaubhaft aufgefaßt werden. Sie ist aber tbatsächlich wahr." Daß bereits gegen hundert Vereine in Deutschland vorhanden sind, welche Aehntiches erstreben, kann den Herren Zimmermann und Huhle ebensowenig unbekannt sein, wie die Thalsache, daß durch diese Vereine schon mehrere Tausend deutscher Israeliten dem Handwerk zugefühn worden sind und als Handwerker .meistens prosperiren. y Karlsruhe i. B., 20. November. In der Badischen Ständekammer ist die Sinsheimer Wahl beanstandet worden, weil der dortige -Lbcramtmann, Gebeimrath Gaddum, angeblich die Wahl zu Ungunsten des deutsch-sozialen Kandidaten beeinflußt hatte. Die Beanstandung erfolgte, trotzdem der Minister des Innern, Eisenlohr, erklärte, „es sei ganz recht, wenn der Cberamtmaim in amtlicher Eigenschaft in den Rathbäustrn Reden gegen den verderblichen Antisemitismus halte-" — Der frühere Schuhmacher Schmidt, der besser bei seinem Leisten geblieben wäre, veröffentlichte in dem von ihm rcdigirten antisemitischer! Blatte „Die Volksmacht" folgende Warnung: „Vertrauet Euer Recht keinem jüdischen Advokaten, vertrauet Euren Leib keinem jüdischen Arzte und vertrauet Eure Kinder keinem jüdischen Lehrer an, damit sie nicht Schaden leiden an Leib und Seele!" Darauf stellten 14 hiesige Aerzte, Rechtsanwälte u. i. w. Strafantrag wegen Ehrenkränkung gegen den verantwortlichen Redakteur Jaaß und erzielten in der Verhandlung, welche vor dem hiesigen Schöffengerichte stattfand, seine Verurtheilu ng zu l. Tagen Hast und Vublikationsbefugniß in zwei Zeitungen. iH Heidelberg, 12. November. Die „Neue badische Landeszeitung" berichtet: Die anläßlich der badischen Landtagswahlcn zwischen den Antisemiten und den Konservativen entstandene Jehde wird mit wachsender