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Im deutschen Reich · 1895-10-01 · Heft 4 (Oktober 1895) · p. 202

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 4 (Oktober 1895)
Article
Der Schulchan-Aruch und die Rabbiner über das Verhältniß der Juden zu Andersgläubigen [Rezension]
Date
1895-10-01
Page
202 (sequence 2)
Language
German
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3m deutschen Reich. m Vorrede zur zweiten Auflage dieser Schrift: „Sie haben mich von der Wahrheit Ihrer Hauptthese gänzlich überzeugt und überdies danke ich Ihnen über viele Einzelheiten manche höchst willkommene Belehrung." Diese Schrift hat 20 Abschnitte und drei Anhänge. Indem wir zur Ergänzung dieser Themen aus die Artikel: „Nichtjuden", „Christen", „Heiden", „Obrigkeit", „Betrug", „Wucher", „Akum", „Heiligung des göttlichen Namens" u. A. m. in der Harnburger'schen Real-Encyclopädie für Bibel und Talmud verweisen, heben wir als besonders verdienstlich aus dieser Schrift hervor: S. 120, den Nachweis, daß der Ausdruck „Akum" im Schulchan-Aruch erst durch die Zensur entstanden war; S. 50, die Deutung der Worte: „Des Friedens wegen" oder wörtlich: „Die Wege des Friedens" als Mahnung: „Allen Menschen Frieden und Hei! zu spenden, sich an allen Bestrebungen, die das Wohl der Menschen befördern, eifrig zu betheiligen." Der Zweck des Gebotes ist: „Nicht Frieden zu erlangen, sondern Frieden zu spenden, Frieden zu schaffen." Möge diese Schrift die weiteste Verbreitung finden. J. F.Löweuberg. (Lieder eines Semiten.) .Hamburg. Von A. Goldschmidt. 1802. Diese Lieder geben in so trefflicher Form die Stimmungen und Empfindungen wieder, die wohl in jedem Deutschen jüdischen Glaubens die antisemitische Bewegung geweckt hat, daß sie es verdienen, von dieser Stelle aus besonders empfohlen zu werden. Wehmüthiger Schmerz über den abermaligen Rückschritt aus der Bahn der Duldsamkeit und des freien Menschenthums, Spott und Hohn über die Prediger der Mchstenliebe, deren Hauptthätigkeit das Verhetzen ist, Bitterkeit und Ingrimm beim Anblick der vertriebenen russischen Juden, vor Allem und über Allem aber innige und unerschütterliche Liebe zum deutschen Vaterlande, sind die Töne, die uns aus diesen Liedern entgegenklingen. Der Dichter erkennt die Gefahr, die Manchem von uns vielleicht droht, die Gefahr, daß der blinde Haß der Antisemiten, die Besudelung alles dessen, was uns heilig ist, und das unthätige und gleichgiltige Zusehen der Großen und Hohen diesem oder jenem Juden die Freude am deutschen Vaterlande mindern könnte um so inniger hält er dieses „Menschenrecht, dies göttlich Gut" fest: Ich habe heiß im Kampf gerungen. In schwerem Kampf mit Schweiß und Blut. Und schallt es nun aus Red' und Schriften: »Du Fremdling fort aus unsecn Reih'n!" Das Leben könnt' Ihr mir vergiften. Rein bleibt und treu die Seele mein. Ihr könnt' mir das Gefühl nicht rauben. Das freudig stolz die Brust mir schwellt; Trotz euer Deutschland über Alles, Ja, über Alles in der Welt.

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