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Im deutschen Reich · 1895-10-01 · Heft 4 (Oktober 1895) · p. 194

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 4 (Oktober 1895)
Article
Stuttgart
Date
1895-10-01
Page
194 (sequence 1)
Language
German
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194 Im deutschen Reich. * Stuttgart, 12. Oktober. Die „Schwäbische Reform" berichtet: „Soeben erfahren wir, daß der hiesige Israelitische Oberkirchenratls gegen unser Blatt Strafantrag gestellt hat wegen Aufreizung zum Klassenhaß, begangen in dem Aufruf „Mitbürger" in Nr. 26 der „Schwäbischen Reform". Außer gegen uns ist Strafantrag gegen Herrn Kommerzienrath Grüninger gestellt worden, weil die betreffendr Nummer der „Reform" an den hiesigen Plakatsäulen angeschlagen war!" ----- Heidelberg, 9. Oktober. Das hier erscheinende Hetzblättchen „Badischer Volksbote" brachte am 5. d. M. einen „Wo steckt der Feind?" überschriebenen Artikel, in welchem aus Anlaß der Aeußerung des Herrn Rechtsanwalt Kohn aus Dortmund „der norddeutsche Junker sei der Feind des deutschen Volkes" gesagt wurde: „Uns fehlt für dieses Auftreten eines Juden gegen den deutschen Adel jede parlamentarische Bezeichnung." Daß Herr Rechtsanwalt Kohn.'Dortimmd Christ und'Sohn nwngelisilm Eltern ist, wurde der Redaktion des „Bad. Volksboten" inzwischen mitgethcilt, aber solche Dinge verschweigt Adolf Schwaiger, der „Kämpfer für Deutschthum, Thron und Altar" weislich, so lange er nicht gerichtlich zum Bekennen der Wahrheit gezwungen wird. Rrreirrsnachrichtett. Die Sonne tuenbet sich, das Laub rauscht von den Bäumen, die Aster bringt der Blumen Scheidegruß — das ist die rechte Zeit, die Vereinsthätigkeit wieder aufzunehmen und Diejenigen wieder zu sammeln, welche den uns aufgedrungenen Kampf um's Recht mit frischer Kraft wieder aufzunehmen fest entschlossen sind. Von dieser Erwägung geleitet, haben sich bereits am Sonntag, den 29. September, viele Mitglieder des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens gleichzeitig in fünf Berliner Stadttheilen zu Besprechungen zusammengefunden, welche von der zündenden Kraft des Gedankens der „Selbstvertheidigung im vollen Lichte der Oeffentlichkeit" die unwiderleglichsten Beweise lieferten. Während viele der im N und NO Berlins wohnenden Mitglieder im Saale der Brauerei „Pfefferberg" versammelt waren, wo Herr Rechtsanwalt Dr. M. Horwitz referirte, erstattete den im NW wohnenden Mitgliedern, im Cafe Thiergarten, Thurmstraße, Herr Rechtsanwalt Dr. E. Fuchs, den im 8 und 80 wohnenden Mitgliedern im Restaurant „Gulden", Oranienstraße, Generalsekretär Alphonse Levy den Bericht, an welchen sich in allen drei Vereinigungen eine lebhafte Diskussion knüpfte. Zu derselben Zeit fanden konstituirende Versammlungen

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