Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 1 (Juli 1895)
- Article
- Kreuznach
- Date
- 1895-07-01
- Page
- 40 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Im deutschen Reich. Selbstmörders und einer christlichen Selbstmörderin veranlagte eine Anfrage bei dem hiesigen Bürgermeister, welcher darauf folgende Erklärung abgab: „Hier besteht der Gebrauch, Selbstmörder, die auf öffentliche Kosten beerdigt werden müssen, je nach der Lage des Thatortes durch einen leicht beweglichen Karren oder den Wagen für Armenleichen forischaffen zu lassen; daß Selbstmörder dagegen, deren Angehörige die Beerdigungskosten tragen, durch den besseren Wagen befördert werden können. Bei dem Juden lag der letztere Fall vor; daß anstatt des jüdischen Wagens der christliche genonlmen wurde, beruht auf einem Jrrthum des beide Wagen bedienenden Fuhrunternehmers." Erbitterung hat dieser völlig harmlose Vorfall hier durchaus nicht erzeugt. Uereirrsnachrichte». Seit der letzten Generalversammlung haben sich die Verhältnisse des Central - Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in befriedigender Weise weiter entwickelt. Herr Privatdozent Dr. Martin Mendelsohn, verzichtete im Dezember vorigen Jahres in Folge zahlreicher Berufspflichten auf das Amt des 1. Vorsitzenden, verblieb aber im Vorstände. In der Sitzung vom 27. Dezember 1894 wurde Herr Rechtsanwalt Dr. jur. Maximilian Horwitz zum Vorsitzenden gewählt; die Besetzung der Aemter der Stellvertreter des Vorsitzenden, sowie der Schriftführer erlitt keine Veränderung. Den Vorsitz in d;r Rechtsschutz-Commission übernahm Herr Rechtsanwalt Dr. jur. Richard Alexander-Katz, nachdem Herr Rechtsanwalt Dr. jur. Eugen Fuchs die Wiederübernahme des Vorsitzes aus Gesundheitsrücksichten abgelehnt hatte. Aus ähnlichen Gründen verzichtete Herr Kaufmann Adolf Herzfeld auf das von ihm bekleidete Amt des Schatzmeisters, welches seitdem von Herrn Fabrikbesitzer Dr. Ml. I. Ginsberg verwaltet wird. Mit Rücksicht auf den längstgehegten Wunsch, die Beziehungen zwischen der Central- und den zahlreichen süddeutschen Vereinsmitgliedern inniger zu gestalten, beschloß der Vorstand die Kooptation des Herrn Justizrath, Kgl. Advokat, Rechtsanwalt Gustav Josephthal in Nürnberg. Von der regen Theilnahme, welche der Vereinssache in der deutschen Reichshauptstadt gewidmet wird, gab nicht nur der Zuwachs an Mitgliedern, sondern auch der zahlreiche Besuch der im verflossenen Winterhalbjahr veranstalteten vier Vereins - Versammlungen Zeugniß. In der ersten derselben, welche am 4. Dezember v. I. im Saale der Berliner