Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 4 H. (1809)
- Article
- Der Tod Sauls oder die Hexe zu Endor
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 274 (sequence 13)
- Language
- German
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Nie hart' ich, wie ich dich auch lieb', Jduma, Auf deine Weisung, die zwcidcut'gc, hin In so verfänglich Wagen mich gelassen». Das so gewagt, als es verwegen, ist. Das Tausende mit seinem bloßen Name», Gleich einem Nachtgcspcnst, abschrcckcn würde» Der dem allein der stärkste Mann; allein Das schwächste Weib nicht bebt- .Doch wohl, wohl hast Du recht, Jduma. Nicht bloß die Geliebte, Nicht dich bloß hat mir dieser Saul entrissen; Er hat mir mehr, weit mehr geraubt. Nicht bloß Des Lebens Glanz, er hat das Leben selbst In seinem heiligste» Sitz mir angctasiet. Hat mich, der Zweige unbedeutendsten» Gelost vom festen wiirzelreichcn Scamm; Und zweifelhaft noch isi's, ob dieser Zweig Verdorren, oder wnrzelfassend, selbst Zum Stamm sich bilden wird, der, Knospen treiben Iin Reich des Lebens fröhlich je wird grünen. Und hier, gerade hier isi's, wo die erstrc Schuld, Die klcinre, selbst zur ungeheuren wird: Denn nur mit ihr , mit keiner andern sonst, Würd' ich die Tage dieses Lebens thcilen. — Wer bist du» Saul, daß so willkührlich da Mit so viel Menschenleben dürftest schalten? Ein König etwa? Ein Gesalbter Gottes? Dich also nennen, hieße Lastrung an Jehova, Dem Gott begangen, der Gerechtigkeit'. Auch hast du dieß zu seyn längst aufgehört.