Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 2 H. (1809)
- Article
- Johann von Müllers Urtheil über die jüdische Geschichte
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 2)
- Language
- German
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135 in einer abendländischen Schreibart wäre sehr merkwürdig. Moses war ein großer Mann, auch erkennt ihn Machiavell dafür. Die Derfaffung zwischen der Einnahme des Landes und Saul ist unerhört. Die Gesetze sind sehr po» lirisch, die Anstalten gut, die Dichter wahrhaftig begci« siert, und die Redner rührend. Aller Ruhm ihrer großen Männer ist aber durch der Christen Thorheit, und besonders durch die Commentatoren vernichtet worden. Es ist ein betrübtes Schauspiel, so viele Thaken einer vormals mächtigen Nation, verunstaltet zu sehen. Der Aberglaube und die Unwissenheit haben dies Volk zur Zeit der Mace« donier angefangen unter alle Nationen zu erniedrigen. Don dem an verdient es alle Verachtung der großen Alten. s. Entstellung wahrer Frömmigkeit. Im Talmud £raff. Bcrncliotli (1. Kap.) מס' ברכות und in dem Buche Maasc-lt Jiissiin (סע*צ1ה נסים) c.ap. XXIV. wird von dem R. Iochanan, einem frommen gottesfürchtigen Manne erzählt, daß er auf seinem Sterbcbekre geweint, und eine große Furcht vor dem Tode geäußert habe. Seine Schüler fragten ihn, wie er als ein so weiser und frommer, in dem Gesetz so gründlich bcwan» derter Mann zu dieser Todesfurcht käme 1 Hierauf gab der fromme Rabbi zur Antwort: ״Sollte ich nicht weinen und betrübt seyn, da ich bald vor dem Richterstuhl des Königs aller Könige und des Herrn aller Herrn erscheinen und Rechenschaft von meinem Wandel ablegen soll? Ach ihn tauscht kein eitler Wahn, kein äußerer Schein, nichts was vor