Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 1 H. (1809)
- Article
- Eine biographische Skizze des Herrn Jonas Jeitteles, der Heilkunde Doktors, der Weltweisheit Baccalaurei, des gewesenen böhmisch-israelitisch-chirurgischen Gremiums immerwährenden Präses, K. beeideten
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 26)
- Language
- German
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26 religiös ohne Bigotterie, in allen seinen Handlungen konsequent. Tiefgelehrt und bescheiden war er nie arrogant, und stand mit allen seinen Kollegen im besten Verhältnisse; wiewohl er einige, als Hrn. Proromcdicus v. Bayer, Hrn. K. K. Rach M a y e r, Hrn. Prof. Michelitz n. a. — vorzüglich schätzte und liebte. Dienstfertig und wohltharig ohne Geräusch, spendete er in denHütren der Dürftigen nid/f bloß Hülfe als Arzt, manchen schonen Zug von Menschenliebe erfuhr man erst nach seinem Tode. In heiterer Stimmung war er.ein äußerst angenehmer Cesellschastcr, er wußte eine Menge launigter Anekdoten, und besaß das Talent sie paffend anzubringen, sein Witz war scharf und treffend *). I. war von starkem Körpcrbaue, von mittlerer Größe. In seinem männlich scheuen Antlitze war Ausdruck und Würde, seine große Stirne vcrrieth den Denker, sein feuriges Auge den Forscher. Sanguinisch » melancholischen Temperaments war er rasch, oft brausend; monologiftrte innncr mit sich selbst. Ließ ist des Edlen unvollendetes Bild! Möchte bieg geringe Fragment feiner so rhatigcn Existenz viele meiner Nation fürs Eure erwärmen! mögen, durch.sein Beispiel begeistert, viele ihm nachznahmcn streben! Du aber, hehrer Geist des Verklärten! deinem Staube Friede! Des Nachruhms nie verblühende Palme umschatte deine Urne! genieße rein und ungetrübt in bessern Regionen den Lohn deines Wirkens — -leib' unser Genius und unse r Muster! ~ ..*) Man sehe Salamith l. Iahrg. r.B. HeftS.zzy.