Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 1 H. (1809)
- Article
- Eine biographische Skizze des Herrn Jonas Jeitteles, der Heilkunde Doktors, der Weltweisheit Baccalaurei, des gewesenen böhmisch-israelitisch-chirurgischen Gremiums immerwährenden Präses, K. beeideten
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
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stes. M»t einer ungemeinen Energie des Verstandes verband er ein vortreffliches Eriuncrungs - und Vcrglcichungsvermöaen; — mit einem sichern Takt fürs Wahre und Gründliche, die Gabc auch abstrakten Gegenständen sich , rmt kcichtigkcrt anzuschmiegen; — mit einer Fülle von Belesenheit, das Talent selbe im glücklichsten Augenblicke zu benützen. Ohne Ansprüche auf Polyhistorie machen zu sonnen, waren seine Kenntnisse doch reichhaltig und vielst-:tig / umfaßte er mit ruhiger Klarheit den Cykl'us seines Wissens. Allster seiner Muttersprache dem Deutschen, dem Griechischen und lateinischen, das cr klassisch sprach und schrieb, verstand und sprach cr hebräisch, französisch und cngUsch, auch dasItaliämschc war ihm nicht fremde, und mit den ernsten Meisterwerken Latiums und Hellas, so wie mit der schönen Literatur der Deutschen, Dritten und Franzosen, war cr gleich vertraut. Vorzüglich schätzte er die Engländer, sie waren seine Lieblingslektüre; waren ihm dic'Koriphaen in seiner Hauptwissenschaft: C y d < u h a m, de Haen, Ho me, Pringle, Macbri dc u. a. waren Namen, die er nie ohne innige Ehrfurcht aussprach. In der rabbiuischen Gelehrsamkeit waren seine. Kenntnisse ebenfalls beträchtlich. Auch als Schriftsteller zeigte er entschiedene Talente. Schade, daß seine allzuausgebreitete praktische Wirksanrkeit, seine häufigen Amtsgcschaste ihm nicht erlallbtcn, oft aufzntretcg; das Wenigewas er aber dessenungeachtet, trotz seiner beschrankten Zeit, der Pnblicität übergeben, trägt, helle und geordnet und gediegen, das Gepräge des vollendeten Kopfes. Seine Inan-