Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1808)
- Article
- Die Juden zu Worms, Ulm u. Regensburg im Jahre 1348
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 3)
- Language
- German
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Brief »dichtet hätten, um sie bei ihrer eigenen Nation, bei der sic in großer Achtung standen, als Christcnsreunde verhaßt und verdächtig zu machen. Jude st wie ich oben die Geschichte erzählt habe, ist sie am wahrscheinlichsten. Ilcbrigens standen die Wormser Juden bei den Christen immer in ganz besonderem Ansehen, und wegen ihres rechtlichen Wandels ist das Cprüchwort entstanden'. „Wormser Juden, fromme Juden!"') Ci« hatten auch ein eigenes, aus ihren Glaubensgenossen besichendes Judcngcricht, von dessen Einrichtung uns S ch a nnal in seiner llisloria Episcopativs Wornialiensis pag. 59t. Nachricht gicbt. Als die Inden zu Ulm sahen, wie glücklich sich ihre Glaubensgenossen durch eine kluge Erdichtung gerettet hatten, nahmen stc ebenfalls zu einer Lüge ihre Zuflucht, um fid) vor der Wnth ihrer Verfolger zu schützen. Sie behaupteten fd)0» seit der Zerstörung Jerusalems in diesen Gegenden gewohnt, und also an der Verfolgung und .an der Kreuzigung Christ! gar keinen Anthcil gehabt zu haben. Als einen Beweis dafür zeigten sie einen Brief vor, von dem sie bchanpteten, daß ihn ihre Vorfahren von den Inden zu Jertisalcin bekommen harten. Er war ursprünglich hebräisch geschrieben und lautete in einer dentschcn Nebcrsctzung also: „Den Brüdern, die in den Gegenden *) Jn. Cbr.ff'agcnseil in Confutationc Carminis Lipiuaiiniuni IVint. I. pag. 215; Marlinue Diefenbach iii .11;<!.i( -> convcrs» §. XXVE pag. 292. Er setzt dem obigen Cprüchwort ein anderes (Seite 30») entgegen: ,71 nf ihn, er ist von Worms!"