Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1808)
- Article
- Über Massora und Massoreten
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 2)
- Language
- German
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- v; 74 ' bundbrüchig ward, zu retten. Denn freilich kann cs uns gleichgültig scyn, ob ihr Adclbrief sich von einer früher« Zeit hcrschrcibe oder nicht; ob sic in ihrem Stainmbaumc ein paar Ahnen mehr oder weniger zahle; ob ihr erster Ahnherr beim Berge Horeb umhcrgcirrct sey, oder an den Ufern des Euphrath gchauset habe. Genug, wir fühlen uns unter ihrer Protection glücklich; was liegt uns daran, daß sic Gegner habe, daß ihre Aechthcit in Zweifel gezogen und ihre Observanzen belächelt werden. Genug, die Masscra ist- und bleibt unsere treueste Führerin auf dem Pfade der Untersuchungen älterer Urkunden, unser sicher« sier Maßstab zur richtigsten Würdigung und Dcurtheilung der heiligen Bücher: unentbehrlich dein kritischen Auge, unerläßlich für Interpretation und achte Dibclknnde. Doch nein, nicht bloß den Lilcratorm und Philologen leistet die Massora wichtige Dienste; cs giebt noch andere Hinsichten, um derentwillen sic unsere Verehrung» unsere ganze Ergebenheit mit Recht verdient. Es ist daher kein! thörichtes Bemühen, der Untersuchling derselben einige Aufmerksamkeit zu widmen, ihrem Ursprünge so weit als möglich nachz-spüren, und uns über Zeit, Art und Veranlassung derselben mit dem möglichst hohen Grade der Wahrscheinlichkeit gewiß zu stellen. Freilich giebts der Quellen so wenige, daraus mit Grunde geschöpft werden könnte, und wir würden uns immer noch nicht vor dem Vorwurf verwahren können: nur eine Hypothese mehr auf« gestellt zu haben. Wie ist es aber anders möglich? Unsere gutmülhigcn Vorfahren, die noch keine Veranlassung fanden, religiöse Wahrheiten und was dahin einschlagt, mir