Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1808)
- Article
- Funken
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2304627-2304649-2304650-10857051-2315379--01277-2315600- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
7® bcns erwirbt man sichs nicht, im häuslichen Zirkel eben. falls nickt;-nur durch den Umgang mit Menschen von Geist und Kenntnissen, nür durch eine angemessen! Lectüre kann man dieß sich eigen machen. Je seltner nun dw erste in der Regel ist, desto weniger darf man da-, zweike vcrnachlaßigen. ' Don einem Sü.ßcnende zum ander,-, nicht übergehen ist ein alter geprüfter Erfahrungssatz. Ec widernatürlich auch die sogenannten gelehrten Wecker sind;, so widersprechend dieß auch dem Charakter und der Bestimmung der Weiblichkeit ist, und so lächerlich es auch Hingt, wenn ein Frauenzimmer über abstractc Gegenstände spricht, über Raum und Zeit, Idealismus und Realismus disputirt; über Fichte und Schelling entscheidendeUrtheile fallt—i eben so verächtlich ist ein Frauenzimmer ganz ohne wissenschaftliche Bildung, deren Sphäre nicht über Küche und Keller hinausgcht, deren Deurtheilungskraft nicht über ein Gericht Erbsen oder ein Ctrickstrümpfchen reicht, deren Raisonncment immer das ewige Einerlei von- Flor und Band abhandelt. Die Philosophie im Weiberrocke! wird kein Vernünftiger achten, aber auch das platte Gans»! chen niemand, lieben können. Die erste ist widrig und lästig, die zweite abgeschmackt und langwellig. j Verlangen und hoffe», sehnen und wünschen, ahnde«; und wollen, das Eigene nicht achten, nach Höherem rin* gen: ist, wie mich dünkt, des Lebens Charakter, unter-; scheidet Lebt» von Vegetation; daher weiß ich nicht, ob. derjenige beneidenswerth ist, dem das Glück so wohl gewollt, daß cs ihm alles in seiner Sphäre wünschenswertes zugetheilt, ihm fehlt dann das Gewürze des Lehens dir