Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 6 H. (1807)
- Article
- Über die Verhältnisse, in welchen die Juden in Deutschland ehedem zum deutschen Kaiser standen
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 397 (sequence 11)
- Language
- German
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39? ■ Herr Regierungsrath Spieß hat über diesen EegcnstaiK das.meiste Licht verbreitet, ihn werde ich also vorzüglich zum Führer annehmm. Schon seit der Zeit» als Pompejus der Große die durch bürgerliche Kriege Unter sich entzweiten Jude«,' dem Römischen Sccpter unterwarf, mußten diese eine» jährlichen Tribut in den öffentlichen Schatz zahlen. 'Er bestand für jede» Einzelnen in einer Didrachme , welche die durch die Provinzen zerstreuten Juden .in ihren Tempel schickten. Seitdem aber dieses unglückliche Volk nach der schrecklichen Zerstörung.seiner Hauptstadt durch den Sohn des Vespasian, Titus, seine ganze bürgerliche Verfassung und den Rest seiner Freiheit völlig verloren, wurde jene Abgabe verdoppelt, und schon damals rin besonderer jüdischer Fiskus, als eine eigene, den.Regenten gebühr rende Steuergattung eingeführt. Diesen jüdischen Fiskus übte mit besonderer Strenge der Kaiser Domitian, wie' uns sein Biograph, Sveton, berichtet.' DirEmpörungen der Judm unter Trajans und Hadrians Ute gierung machten ihren' /Zustand noch beklagenswercher. Eie wurde» nicht nur aus ihrem bisherigen Daterlandr vertriebm und auf dm Markten zu Terebinthum und G a z a um den nämlichen Preis, wie die Pferdes verkauft: sondern auch da> wo man sie noch duldetemit ungeheuren Abgaben und Schatzungen belegt. Außer festem jährlichen Tribut mußten sie noch das Kr o n e ng eld . (aurcm coronariuzn) und das Apostolats auniia apostolatum) , das beides sehr ansehnlich war, und von der Willkühr des Kaisers und der Obrigkeit bestinimt wur-