Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 5 H. (1807)
- Article
- Der edle Herumstreicher
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 3)
- Language
- German
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Lebens z». Dieser Mensch hat einen Freund unweit D., den er besonders schätzt, und für den er schon manches Dutzend Meilen gcreisct war', um sich nach seinem Wohlseyn persönlich zu erkundigen Dieß geschah auch vor einigen Jahren, als ich in G.'war. Allein, hatte er sonst angenehme Nachrichten von seinem Freunde eingczogen, so tauschte er sich, leider! jetzt über alle Erwartung. Ccm M. war nicht mehr derselbe heitere Freund, seine Umstände waren nicht mehr dieselben. Arm und hülflos gicng ec einher, den letzten Stoß seines unglücklichen Schicksals erwartend, den Verlust seines Amts. Ich mag hier die Ursachen dieser unglücklichen Veränderung nicht angcbcn, und dem Leser wird cs genug seyn, zu wissen, daß er im engsten Sinne des Worts bedauernswürdig war. Zähren der Freude standen in den Augen des Gesunkenen beim Wiedersehn seines alte», noch unglücklichem Trösters. Jener hatte vielleicht noch Hoffnung, sich seinen gesunkenen Kredit, wenn nicht ganz» doch zum Th eil'wieder zu verschaffen; dieser hingegen hatte als ein Mensch von seinem Gewerbe, allzu wenig Hoffnung für sich selbst, als daß er seinem Freunde irgend einen Beistand leisten konnte- Ein trauriges Lebewohl und das Versprechen, jenem mit der ersten Post zu schreiben, machten seinen Abschied aus. Es verstoß ein Posttag nach dem andern und D. schrieb nicht.. Bald. fieng,M., an,-Zweifel in die Treue seines sonst so pünktlichen Freundes zu setzen; aber dieser Freund war auf eine andere Art mit feinem Unglück beschäftiget; er wandte nämlich mehrere Wochen auf die Bereisung einer ganzen Gegend an, ließ kein Haus unbeereten, machte auf diese Art eine ziemliche Kollekte zusam-