Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 5 H. (1807)
- Article
- Glaubwürdige Nachricht von der in Polen und Lithauen befindlichen Sekte: Chasidim genannt
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 25)
- Language
- German
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333 wurde mir auch abgenommen und für nichtig oder ungültig erkannt. Da ich sah, daß meine Gegner mir an Starke überlegen sind, und ich mit meiner gerechten Sache allein nichts ausrichtcn konnte, so gieng ich zu dem dortigen Gouverneur, und erzählte ihm, wie man mit mir verfahren scy. Ich wurde sehr gnädig ausgenommen, und er erthcilte sogleich den Befehl, daß man mir den Rcvisionsschein herausgebe, und wenn er für nichtig erkannt werden soll, so sollte ich meine Bücher versiegelt zurücklassen , und mir einen deutlichem bessern Schein von Krakau holen. Die Lage, in welcher ich mich damals befand, nöthigte mich, erst meinen Weg nach Brody zu meinem dortigen. Freunde zu nehmen, weil es mir sowohl an Rath als an anderen Dcfricdigungsmitteln meiner Bedürfnisse fehlte. Von dort aus reiste ich nach Krakau, wo ich zu Ende Deccmbcrs ankam. Zu meinem größten Erstaunen fand ich bei dem Rcvisionsamte ein Dekret vom 14. November, welches von der Gauzischen Hoftanzlci zu Wien eingelaufcn war, daß meine Bücher bis auf weitere Ordre liegen bleiben sollten, weil die Sekte, unter dem Namen die frommen Juden, dagegen eingekommen wäre. Ich sah jetzt wohl ein, daß, wenn ich mein Unternehmen nicht ganz aufgeben wollte, es nothwendig fey, nach Wien selbst z« reisen; welche Reise ich auch ganz im Stillen unternahm , und am Ende des Monat Januar ' 1799 kam ich glücklich dort au. Mein erstes Geschäft war, eine Bittschrift an die Gallizische Hoftanzlei einzureichcn. Weil ich aber nach einigen Wochen von dort keine Antwort erhielt, so. ließ ich mir