Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 5 H. (1807)
- Article
- Glaubwürdige Nachricht von der in Polen und Lithauen befindlichen Sekte: Chasidim genannt
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 328 (sequence 21)
- Language
- German
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HS? — nehmen, nie über einen Gegenstand nachzudenken, nie etwas zu unternehmen, ohne Bewilligung des Oberhaupts, allc Festrage mir einem beträchtlichen Geschenke zu seinem Ober. Haupt, und sey er noch so weit entfernt von demselben, zu gehen; hat er dieses alles sich verbindlich gemacht, dann verspricht ihm erst das Oberhaupt irr die Kur zu nehmen. And was opfert ein solcher Mensch nicht auf, wenn er auf dem Krankenbette liegt, und ihr« das Todesurthcil von Dir oder Deinen Consorten vorgelesen wird, im Fall «r sich zu dieser Bedingung nicht verstehen will? Zahlt er dann die geforderte Summe, legt er den Eid der Verbin. düng ab, verspricht er alles, was das Oberhaupt von ihm verlangt, und die Krankheit verschlimmert sich dann noch, oder der Patient stirbt wohl gar, dann siiget ihr: Er habe kein rechtes Zutrauen zu euch gehabt, deshalb habe er sterben müssen. Ist aber wirklich einmal der Fall, daß so ein Kranker wieder gesund wird, welches leider, wenn ein solcher einmal unter eure Hände gefallen ist, sehr selten geschiehet, ja, dann bleibt er auch euer ewiger Sklave. Denn muß nicht die nämliche Geldsumme auch jedes Mitglied eurer Sekte entrichten, wenn es in so einem Falle die Hülfe seines Oberhaupts verlangt? Ja, dieser ist doch noch viel übler daran, daß er sieh nicht einmal einen Arzt nehmen darf *). Wie viele tausend Menschen habt ihr nicht schon auf diese schändliche An gemordet! Wie viele Waisen und Wittwen haben nicht geweint, und weinen noch über den Raub ihrer Väter und Männer! Wie viele Familien habt ihr nicht , dadurch ins Labyrinth des Elends gestürzt! Wie viele Ehescheidungen sind durch eure , Geld- *) S. oben S. zi§.