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Sulamith · 1807-01-01 · 2. Bd 3 H. (1807) · p. Seite 183

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Journal
Sulamith
Volume
Erster Jahrgang 1806-1807
Issue
2. Bd 3 H. (1807)
Article
Bemerkungen eines Reisenden über den Charakter der Einwohner in Galizien
Date
1807-01-01
Page
Seite 183 (sequence 2)
Language
German
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. —'— 185 wohl ein gelehrtes Forum, aber kein allgemeines Leftpublihu«, am wenigsten Leser jüdischer Religio, hat, für die dieser Aufsatz doch gerade ein so hohes Interesse haben, muß. Folgende, freilich nur magere Skitze mag davon überzeugen: Herr Prof. Schnitts, der im September des vorigen Jahrs die Karpathen in geographischer, physikalischer und naturhistorischcr Hinsicht' berciscte, entwirft rin schauderndes Gemälde von dem fürchterlichen Zustande der Bewohner Galiziens, eines , von der Natur so milde bedachten Landes. Hier ist die Kultur auf der untersten,' Stufe. Nicht Bürger-, nicht Gatte-, nicht Datcrpflich» ken kennt der polnische Dauer; nur Drandtcwein, dieses. Getränke — eau de vie, eigentlicher eau de mort de Pologne — ist die Hauptursache des polnischen Bauers Lähmung und Apathie gegen alles Menschliche. Die Sonne scheint sich in Galizien nur zu erheben, um dem Dauer den Weg in die Trinkstube zu zeigen. Schon von ro Uhr Morgens findet man Mann und Weib, Herrn und Diener so sehr betrunken, daß sie sich nicht mehr kennen; so wird auch der Pflug nur von 'Ackersleuten auf das Feld geführt die vor Rausch nicht mehr aufrecht sichen und vorhlbspan- Kuiig sich kaum fortschleppen können. Don dem Höllengo» tränke Brandtcwcin kommen die bleichen aufgeblasenm Ge- . sialten, mit verloschenen Augen und unsicher« Schritten, die man beim Durchreisen jedes Dorfes» oder vielmehr ft- 1 des Haufens von Häusern antrift. Wenn man des Mor- , gcns in einem kleinen Flecken aufstcht und die Dauern sich aus ihren Hütten schleppen sieht, die Weiber bloß in daj Betttuch gehüllt, die Männer in Hemden, welche sie über! . die

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