Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 3 H. (1807)
- Article
- Briefe an ein achtungswürdiges Frauenzimmer jüdischer Religion
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2304627-2304646-2304648-10856499-2314786--00876-2315079- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Am Schlüsse meines Tricfes, liebe Freundin, werfe ich noch einen Dlick auf diesen Patnarchm— und welche Tugenden glanzen in seinem Charakter! Reiner kindlicher Glau b e, tieft Ehrfurcht vor den: Namen Gottes und der Tugend; Vertrauen, Liebe und Gehörsam gegen den Weltmregierer; Gastfreiheit, Mitleiden, Freigebigkeit, Sanftmuth, Uneigcnnützigket, kurz Menschenliebe in hohem Grade 'spricht sich in seinem Thun und Handeln auf das Deutlichste aus. So lebte der Fromme und so starb er! Ruhig und sanft, in einem Alter von 175 Jahren, schlummerte er hinüber zu seinen Vätern *), um dort einzuärndten, was hier seine Hände gesäct, goldene Saaten, blühend für die Ewigkeit! Salomon. Opfermcsscr an den Hals legte", heißt es daselbst, entfuhr dem Knaben die Seele und er genoß schon göttliche Anschauung, als die Stimme erscholl: iege keine Hand an den Knaben», s.w. Plötzlich trat er in das irdische!eben zurück, und in der nun erlangten Ueberzcugung, daß einst die Frommen ebenfalls vom Tode erwachen werde», sprach er: ״Gelobr seycst du Herr, der du die Tvdten wieder belebst." *)Gen. 15. 15. wird das Sterben durch die Redensart: ׳ואתה .הבא אל1 אבותיך du sollst z!r deinen Väter» . kommen, ausgcdrückt. Diese Redensart beweiset, sagt M e n d e l s so h n in seinem Kommentar, auch Herd e r ist der Meinung in seinem ,,Geist der hebräischen Poesie", daß auch die Patriarchen den Glauben anUnsterbUchkeit hatten. In der Sprache einer Nation sprechen sich ihre Sitten, ihr Charakter und — ihr Glaube» aus..