Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 2. Bd 1 H. (1807)
- Article
- Nachrichten von den jüdischen Schulen in Wolfenbüttel, Frankfurt am Main, Berlin und Deßau
- Date
- 1807-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 16)
- Language
- German
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mittel, entweder in ihrem allmähligen Fottschreitcn auf. halten, oder sie zwingen schneller ihr Ziel zu erreichen, oder wohl gar manche Stufe zu überschreiten; so erzeugt er entweder Schwächlinge oder Auswüchse der Natur. — Jedoch will sie gepflegt scyn. Da, wo ihr ein Ungcfahr Hindernisse oder eine Hemmung des Wachsthumsund des Gedeihens in den Weg gelegt hat, müssen die Hindcrnisse wcggeschafft werden. — Der magere Boden wird von dem Verständigen, durch Pflege, zum Gedeihe» der Früchte geschickt gemacht; den zu fetten Boden reinigt er von dem üppig wachsenden und den edlen Pflanzen schablichen Unkrante. Und siehe, er wird durch die schönsten Früchte für seine Pflege und Wartung belohnt! — Niemanden kann es aber cinfallen, die Natur sich stlbcr überlassen zu wollen, ohne sie ausarten und verwil» dem zn sehen. — Mit deutlicher und klarer Schrift hat uns also der Allgütige in der weiten Natur die Regeln ausgezeichnet, die wir bei der Wartung des edelsten Geschöpfes hicnicdcn anwcnden sollen, eines Geschöpfes, für welches allein, alle übrigen Wesen auf dieser Erde da zu scyn scheinen. — Die Natur sagt uns also: Prüfet den Boden, des ihr pflegen wollet. Ist er fruchtbar, so entfernet von demselben nur das, was dem Attfkcimcn der edlen Körner, die ihr hinein ge« streuet, und deren Wachsthume hinderlich scyn kann; und ihr werdet mit geringer Mühe nicht nur Lauer» hafte Stämme bilden; sondern ihr werdet auch die schönsten Früchte darauf reifen sehen. — Aber auch aus dem nicht fruchtbaren Boden verstehet der erfahrne und vernünftige Kultivator Früchte zu ziehen. Eeaeihm