Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 6 H. (12.1806)
- Article
- Nekrolog
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 490 (sequence 2)
- Language
- German
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49° tcr zu schämen nöthig hatte. Nichts Arges ahutnd vertrauctt er einem Manne sein Vermögen, der ihn damit ernähren sollte, aber bald darum betrog, und so sah sich der gute Rabbi genöthigt nach Berlin zu gehen, um daselbst als Lehrer, für sich und seine Familie Lebensunterhalt zu verschaffen. Er erreichte diesen Zweck, und sein gutes moralisches Betragen führte ihn gar bald in die Häuser der Reichen ein, die seine Freunde wurden. Seinen nicht unbedeutenden Einfluß, ans dieselben benutzte der Redliche nicht zu seinem, sondern zum Dorthcil Anderer. So empfahl er bei einer vakanten einträglichen Assessor- Stelle einen seiner gelehrten Jugendfreunde, der sie auch sogleich erhielt, wahrend er, der Edle, im Schweiße seines Angesichtes nur kümmerlich sein Drod erwarb, bis er endlich nach Wolfenbütte! berufen und als erster Lehrer am dasigcn Eymnasio angestellt ward. Nicht lange nachher rief ihn die Dankbarkeit seines erwähnten Freundes wieder nach Berlin zurück, woselbst er als Lehrer im Zacharias-Ephraim sch en Institut und bald darauf als Rabbiner - Assessor angcstcllt wurde. Hier fand er einen großem Wirkungskreis, Tugend und Menschenliebe auszuübcn und den nothleidenden Bruder mit Rath und That zu unterstützen. Er verlebte hier ein ganzes Deren» nium in häuslicher Ruhe und stiller Zufriedenheit, bis er zum schmerzlichsten Dedauem seiner Freunde und Dckanntm j« seinen Vätern hingerufen wurde. S. I. Cohen. "" ' Der Verfasser dieses Aufsatzes, ein Hausfreund des Seligen, vom schmerzlichen Gefühle über einen solchen Ver-