Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 5 H. (11.1806)
- Article
- Über einige bei der jüdischen Nation bestandene, und zum Theile noch bestehende religiöse Sekten
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 14)
- Language
- German
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365 Es gab abcr auch eine andere Art der ®ff<Scr, die Zwar in allem Obgcdachrcwdm^crgeiiglcich kainenjedoch sich darin von jenen unterschieden, daß sic die Ehe nicht scheueren. Die Weiber abcr mußten dennoch, vor der Dollzichuna der Ehe, einer dreijährigen Probezeit, in der sic ihren moralischen Charakter, und ob sie mit ihrem Umgänge und. ihren Ordensregeln zufrieden scyn wurden, prüften, sich unrerziehc». Um abcr darzuchun, daß sic das Band der Ehe, bloß wegen Zeugung der Kinder, nicht abcr fleischlicher Begierden halber geschloffen haben, durfte kein Mitglied seine Frau, sobald sic schwanger war, bis nach ihrer Niederkunft berühren. In Aegypten gab cs auch eine Klasse der Estaer, welche man Therapeuten nannte. Diese waren eine Art Ana« chorcken-und-ftihrtcn bloß ein beschauliches Leben. Sie wohnten in Garten, Wäldern und Hohle« einsam, nicht aus Mcnschcnhasi, sondern damit sic durch die Gesellschaft der Menschcir von ihren Betrachtungen nicht abgezogen würden. Cie studierten fleißig das Gesetz Mosis und die Propheten, welche sie abcr nicht nach dem bloße» Wort-' verstände nahmen, sondern allegorisch deuteten. Sic beflissen sich sehr de. Mäßigkeit, und fasteten sehr oft, um zu frommen Betrachtungen desto aufgelegter;u seyn. Die Sklaverei verwarfen sie, weil sie alle Menschen für gleich hielten, und versiatteten bloß dem Alter einen Vorzug. Am Sabbath versammelten sie sich, und der Aclteste unter ihnen hielt eine Ncde, worin er die Versammlüng zur Beobachtung ihrer Ordensregeln ermähnte, Wenn sie ja biswcilen zusammen speisten, so unterhielten sie sich mit Loh. gesange«