Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 3 H. (9.1806)
- Article
- Einige Ideen über Mosaismus und Judenthum
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 6)
- Language
- German
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Pflanze des zeitlichen und ewigm Lebens, unter ihrer sorgfalii. gen Aufsicht zur völligen Reife gedeihe» und die schönsten Früchte für die Menschheit hcrvvrbringcn? —Wahrlich, cs ist nichts geringes, dem frivolen Zeitalter in seiner Geringschätzung gegen alles Religiöse Einhalt zu thun, den herrschenden Indiffcrcnrismus, der der Sittlichkeit sehr nngünstig ist, machkig zu bestreiken und durch die conftqucnresien Beweise darzuthun, daß dicReligion allein die heilbringende Schutzgvttin der Menschheit und die einzige Stütze unserer dieß - und ftnfti. tigen Existenz ist. Wenn sich der Mensch zur höchsten und schönsten Zierde der Schöpfung erheben kann, wenn er das edle Gepräge der Gottheit nicht umsonst an sich tragt, wenn er das Gute und Wahre, das in der engsten Verknüpfung mit seiner Menschcmratnr bcy jeder tugendhafte» Handlung sichtbar wird, nicht ganz weglangncn darf: so ist es nur eine reine Rcligionskcnnlniß, die zum Anfänge der Welt unter den Ersten der Menschen exisiirt haben muß, aus der alle diese reellen Wahrheiten hcrsiammen; —so ist es unstreitig, daß auch zu unserer Zeit, so wie bei der spatesten Nachwelt, ein Mensch ohne Religion weit unter dem Viehe stehet und folglich ein Monstrum der Natur, ein non ist. — Solche und ähnliche Ansichten dem Volke aufzusicllen, erwerben sich schon durch ihren inncm guten Gehalt rin allgemeines Lob, eine innige und warme Beherzigung. Gerne übcrsichct der ächte Tugendverehrcr den hohen Phantasienschwung, mit dem die Vernunft in religiösen Bildern umherschwarmt; gcme verzeihet er ihr den heiligen Nimbus, in den sie die Wahrheiten der Religion sorgfältig hüllt, um den Lebcnsbamn mit unmodernen, Gewände zu behängen, »,U> ihn so vor dem Amvehen der rauhen Lust der Irreligiös, ■. , ■>' 4»