Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Briefe an den Herausgeber der Sulamith
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 7)
- Language
- German
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J54 finb seltene Ausnahmen von der Regel, rurd nur ein glückliches Zusammentreffen von tausend günstigen Umständen, ein zufälliges Gelingen gewagter Unternehmungen, mühsam erworbenes, und durch eine glückliche Speculationsgabe fertwucherndes Vermögen kann einzelnen Familien zu Reich- Ihümern verhelfen. Diese aber stoßen die Wahrheit meiner obigen Behauptung nicht um *). „Was nun das Gericht der Lasten, die wir tragen, — sagt Friedländer in bcr Betrachtung über die solidarische Verbindung der Juden in der vorerwähnten Schrift Seite 84* — noch schwerer, drückender und beinahe uner- . - träg- : Ich stimme dieser .Meinung meines Freundes, des christlichen Geistlichen, völlig bei. Wie äußerst selten von langer Dauer sind nicht selbst diese Reichthümer! Sehr oft leiden schon die Kinder oder Etckel solcher reichen .Juden die größte Nord. Im ttebcrfiuße erzogen, wissen die jungen Erben solcher reichen Eltern gewöhnlich fast gar nichts vom Handel, und sowohl der dazu nöthige Eifer, als auch die gehörige Gewandheie zur Betreibung desselben mangelt ihnen oft ganz und gar: um aber nicht unthatiq zu leben, machen sie häufige Ge- " schäftöspecularionen» diese mißglücken gewöhnlich, und nicht selten ist aledanu sogar der Bettelstab, wie die Erfahrung lehrt, das traurige!oos dieser Menschen. Wie ganz 'anders würde eSiübcr seyn, wenn es reichen Juden erlaubt wäre, Güter zu besitzen; das Vermögen würde ------.----r.ann---weik--bs-sser.erhalten, und.noch auf Urenkel ewiz vererbt werden können. Statt daß die reichen Erben Handel treiben, würden sie sich mit de? Besorgung . ihrer jandwirthschaft beschäftigen manche Müßiggänger . ihrer Confessio» würden sie zuni. Feldbau aufmuntern und antreiben, die Zahl der Handelnden.würde weniger . .werden, und so mancher reicher. Vater würde in der Sterbestunde mit weniger Besorgrnß über das künftige " Schicksal - semvr Familie ruhiger von der Welt sich tren- ' -rren, als es jetzt der Fall ist. Do Fr.