Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 2 H. (8.1806)
- Article
- Briefe an den Herausgeber der Sulamith
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 5)
- Language
- German
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,ss Bei allen jenen schweren und drückenden Abgaben halben die Juden keinen Anthcil an den öffentlichen Armenansraltcn, obschon sie gewöhnlich zu allen bestimmten und willkürlichen Armengckdem beitragen. Sie müssen also nicht «ur die einheimischen, sondern auch die durchreisenden Armen ihrer Confessio» erhalten und unterstützen, und wo die Jüdische Gemeinde nicht groß ist, da werden diese Arnicngcldcr sehr bedeutend, und bringen manche wohlhabende Familie selbst an den Bettelstab. Eben so haben die Juden ckcincn-Antheil an den öffentlichen Kranken-und Lazareth - Anstalten, sondern müssen ihre Kranken auf eigene Kosten verpflegen, für Aufwartung, Medicin und ärztliche Hülfe sorgen, und wenn sie sterben, auch die Beerdigungskosten tragen. ' Der Staat besoldet die Lehrer und Prediger an christlichen Schulen und Kirchen; die jüdische Gemeinde aber muß die Schul - und Volkslehrer selbst besolden. — Sie wissen es am besten, verehrter Freund, wie unendlich schwer es hält, den Gemeinsinn für das Gute zu erwärmen, und in einer schönen regelmäßigen Thatigkeil zu erhalten, wenn man bei seinen edelmüthigen Bemühungen nicht vom Staate ganz kräftig unterstützt wird. Sie. sahen den bcklagenswcrthen Zustand der Jüdischen Schulen, bemerkten das Unwesen, welches polnische Lehrer durch ihre sinnlosen Methoden anrichteten, wieKopf und Herz der armen Kinder recht methodisch zu Grunde gerichtet wurden. Und Ihr Herz wurde mit gerechtem Unwillen, aber auch zugleich mit dem edelmüthigen Entschluß erfüllt, in Ihrem Kreise für die gute Sache der Menschenbildung nach Ihren besten Kräften zu wirken. Der fromme Enthusiasmus ergriff