Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Erster Jahrgang 1806-1807
- Issue
- 1. Bd 1 H. (7.1806)
- Article
- Miscellen
- Date
- 1806-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 1)
- Language
- German
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VIII Miscetlerr. In ®erfhi fcHe ein Mann, Namens B. M, Cohn, welcbcr wegen! feines moralischen Charakters, und vorzüglich rvegen seiner achten Äkenschensreuudlichkett, VonAÜen, die ihn kannten, sehr verehrt und geschätzt ward. Obgleich er wenige wissenschaftliche Kenntnisse, so wie man sie in unfern Tagen verlangt, auftuwcistn hatte, und vielmehr das Festhalten an tic Ccrcmonialgesetzen seiner Vater für ihn das Verbindlichste zu senn schien; obgleich er keiner von denen war, die das Wortregister der neuern philosophischen Systeme herzubcten im Stande sind: so erfüllte er dennoch die Pflichten gegen seine Mitmenschen in einem sehr ehrenvollen und hohen Grade. Selbst nickt begütert, mühsam sich ernährend, war cS ihm dessenungeachtet jederzeit höchster Genuß, unter andern Wohtrharen, besonders honetten dürftigen Familien, ohne ihre Namen zu nennen, durch Geldrollccten bei den reichern Juden, auf eine humane Art Unterstützung zu-leisten. Sobald er nur von ungefähr merkte, daß dieser oder jener, ohne eigene Schuld, wirklich Mangel leide, und aus Schamhaftigkeit die Erklärung seines bedrängten Anstandes unterlasse, war er auch sogleich bereit, demselben auf dip'liebreichste Weise, ansehnliche Summen Geldes-, auf oben erwähnte Art zu verschaffen und selbst ins Haus zu bringen. Mehrere arme Familien erhielten durch ihn die bedeutendsten wöchentlichen Beiträge, je nachdem die wirtlichen nöryigen Bedürfnisse derselben beschaffen waren. Das Zutrauen, welches ein jeder gegen diesen Wohlrbater harte,, war von der Art, Laß Niemand den Namen des Dürftigen zu wissen verlangte, bis es dem edlen Manne selbst grfaLig war, ihn zu