Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Nachahmenswerthe und nützliche Gemeindeeinrichtung [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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415 wenigere Pfennige und für jedes kleine Kind 3 (den Thalec zu 24 Groschen gerechnet), wöchentlich entrichten, welche auch wöchentlich einkassirt werden. Dabei sind aber die wirklich Armen von dieser ganzen Steuer befreiet. Die' Abgabe auf das Schlachten von Geflügel ist indeß nach wie vor geblieben. Niemand hat sich bis jetzt geweigert diese, übrigens von der Herzoglichen Landesregierung genehmigte, wöchentliche Abgabe für sich und seine Hausgenossen zu entrichten, und es hat sich zugleich ergeben, -daß sowohl diese Einnahmen jährlich leichter und sicherer zu bestimmen sind, als auch, daß der Geldertrag größer als bei der alten Einrichtung ist.- Wahrend auch wohl so Mancher früher diese Abgabe dadurch umgehen konnte, daß er sich aus den umliegenden kleinen Israelitischen Gemeinden oder sonst Fleisch kommen ließ, und während von Manchem, der in einem christlichen Gasthofe speist, der Gemeindekasse dadurch diese Abgabe entzogen wurde, muß hingegen jetzt, wie gesagt, jeder bemittelte Israelit und jede bemittelte Israelitin, Jung und Alt, diese für Viele weit billigere Steuer zur Gemeinde entrichten und die Armen haben eine Erleichterung dadurch. Das „Ausland" (von 1842) enthalt u. a. (von Nr. 327 -- 331) „Neisebilder aus Polen" und besonders eine nähere Schilderung der Stadt Posen, wobei, wie natürlich, auch der dortigen Juden Erwähnung geschieht. Der Verfasser, welcher gerade an einem Sonnabende im Junius, Nachmittags um 6 Uhr, in Posen eintraf, schildert nämlich den Eindruck, welchen in der dortigen Wilhelmstraße der Anblick von 2 — 3000 auf- und niederwogende Spaziergänger, lauter Juden, aus ihn machte, und sagt: „Hier ward mir ein Anblick, wie er mir nie geworden, und wie ihn auch wohl wenige meiner Lehrer je gehabt haben, ein Anblick, der sich nur in großem polnischen Städten darbietet." Daß diesem reisenden deutschen Christen „ein solcher Anblick neu sein, und so viel Anziehendes für ihn haben mochte, daß er sich lange nicht von ihm losmachen konnte," wollen wir gern glauben; daß er aber, nachdem er „die jüngern jüd. Frauenzimmer meistens hübsch und vollgebaüt, mit glühenden orientalischer) Augen und dabei, nach der neuesten Mode prächtig gekleidet" gefunden, die jüngern Männer durchgebends so geringschätzig schildert, finden wir äußerst ungerecht und lieblos, und es würde in der That noch mehr verletzen, wenn man in Israel es nicht schon gewohnt wart, daß nicht selten solche