Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 413 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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413 Kürzlich starb in Breslau der dortige. Ober-Rabbiner, Herr Tiktin, ein schriftgläubiger Rabbiner und bedeutender Talmudist. (Jene, ihn persönlich betreffende, Streitigkeit hört demnach dort auf, über welche, das im Ilten Hefte, Seite 264, dieses 8. Jahrganges der Sulamith bereits früher abgedcuckte Schreiben u. s. w.) ^Näheres enthält.^ Berlin 1843. „Zu den Beweisen, daß der ärztliche Stand in der Humanität seine festeste Grundlage hat, ist immer der Umstand gezahlt worden, daß derselbe sich am meisten von der Berücksichtigung confessioneller Unterschiede rein erhalten hat. Um so betrübender muß daher jede, selbst vereinzelte Erscheinung sein, die ihm diese Ehre zu schmälern geeignet ist. Als eine solche muß es aber wohl erachtet werden, wenn ein übrigens geschätzter Arzt und Lehrer in seinen so lehrreichen clinischen Vortragen über Augenkrankheiten, bei der Behandlung eines Falles, einen Unterschied machen lehrt, ob dasselbe in dem Hause eines reichen jüdischen Banquiers, oder bei einem gebildeten Kranken vorkomme. Da dies keine Rüge, sondern nur der einfache Bericht einer Thatsache sein soll, so scheint es angemessen, keine Namen einzumischen." (Berl. Voss. Ztg.) (Welches Geschrei würde man, und mit Recht, über die Intoleranz der Juden und nicht bloß des dann gewiß namentlich angegebenen Juden N. N. erheben, wenn ein jüdischer Arzt im umgekehrten Falle so etwas'lehren möchte, obwohl so etwas Ähnliches noch keinem jüdischen Arzte jemals eingefallen ist. Wollten nun die Juden obigen seltenen, vielleicht einzigen Fall unter christlichen Ärzten, obwohl unrichtigerweise, als Mcraßstab annehmen, so könnte ja keim augenkranker Jude, - er sei ein Banquier oder ein Trödler , — und letzterer demnach gewiß nicht — es mehr wagen, sich einem christlichen Augenärzte, — am wenigsten einem der christlichen Zuhörer eines solchen Lehrers — zur Heilung anzuvertrauen! Und sind denn die christlichen Banquiers alle und nur -„.allein^ , gebildet § — Welche Parallele zwischen „jüdischen Banquiers und gebildeten Kranken" hat der uns unbekannte Lehrer hier gezogen, man könnte sie allenfalls mit den Haaren herbeigezogen nennen, um den Juden, und gewiß sogar in Gegenwart jüdischer Clinicisten, eins zu versetzen. D» H.)