Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 411 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2304627-2304643-2304645-10852114--09902-2313786- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
411 nicht-! — — Auf dem Flur schlug ihr die Flamme über den Kopfzusammen. In einem Hause gegenüber sah es indeß ein wackerer christlicher Mann, faßte die brennende Frau, trug sie in seinen Armen auf die Straße, legte die Unglückliche in den Rinnstein und bespülte sie mit Wasser. Ihr Körper war aber doch nur ein schwarzer, unansehnlicher Klumpen Fleisch und sie ist seitdem, trotz der ärztlichen Hülfe -״ gestorben. Ihr Erretter ist ein junger Dachdecker, Namens Coqulemus und gehört zum dortigen Pompiercorps. Ein Theil seines Gesichts und seine beiden Hände sind in einer Lage, die ihn zum Arbeiten unfähig machen. Von Mildthatigen wurde bereits für ihn gesorgt. (Nach der Leipz. Zeit.) sWir hoffen, daß dieser hochherzige Mann auch von reichen und. wohlhabenden Juden billigerweise eine Unterstützung erhalten wird. D. H.) Gießen, im Dec. 1842. Es hat sich am ersten Ehristfeiertage hier in Gießen ein Ereigniß zugetragen, das zur öffentlichen K.enntniß gebracht zu werden verdient, weil es im Sinn der Aufklärung und..Toleranz einen erfreulichen Gegensatz zu manchen andern mit dem Geiste unseres erleuchteten Zeitalters und selbst der christlichen Liebe, welche Duldsamkeit gebietet, im Widerspruche stehenden Ereignissen liefert. Das Factum ist folgendes: Die gebildete und geistreiche Gattin des nicht minder aufgeklärten hiesigen Oberrabiners Levi starb in Folge eines Wochenbettes am gänzlicher Entkräftung. Ihrem und ihres Gatten Willen gemäß wurde der hiesige evangelische Stadls pfarrer, Kirchenrath Engel, von gedachtem Oberrabbiner ersucht, der Entschlafenen' bei dem..Begräbnisse auf dem israelitischen Kirchhofe eine Leichenpredigt zu halten, was Kirchenrath Engel zusagte und am ersten Christfeiertage nach der Mittagskirche in einer gehaltvollen, eindringenden und erbaulichen Rede so schön ausführte,, daß über Tausend Menschen, die hier versammelt waren, um einem so seltenen Falle beizuwohnen, tief davon ergriffen und gerührt wurden. (Großh. Hess. Ztg ) Breslau. Vor Kurzem fand in Leobschütz die Beerdigung eines sehr biedern Mannes, des sehr geachteten Kaufmanns Herrn Julius Fried lande r Statt, der beim Aussteigen aus einem Reisewagen von einem vorbeifahrenden Postwagen angefahren und aus seinem Wagen herausgeschleudert, getödtet