Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 399 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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399 1843 haben unter Anderm beschlossen: ״Für die Abgaben der Juden an dieKammer werden die beantragten 500 Thaler auf die Landeskasse übernommen; der Hausirhandel ist gegen anderweite Erweiterung der H andelsbefugnisse der Zudem aufgehoben." (Leipz. Allg. Zeitung.) Berlin. Am 9. December 1842 feierten die Freunde des Königl. Bauinspektors Hrn. Sachs sjüd. Religion) den Tag, wo derselbe vor 50 Jahren als König!. Baumeister vereidet wurde, also seine Lhätigkeit als solcher begann. Wmn schon seit mehrern Jahren dem Staatsdienste enthoben,*) hat der geistesstarks Mann doch nicht geruht, er hat fünfzig Jahre gebaut, ..und baut wohl noch langer; denn steht er auch schon hoch in Jahren, ist er doch, wie seine jüngsten Werke zeigen, noch nicht alt geworden. Es hatte sich eine große Zahl von Freunden des Jubilars aus den verschiedensten Ständen und Konfessionen ver- *) Ob aus eigenem Antriebe, oder weil man in späterer Zeit dort ihm etwa wegen seines Glaubens Hindernisse in den Weg legte, wissen wir nicht. Merkwürdig bleibt es indesi immer, daß zur Zeit vor demEdikte von 1813, als die Juden im Preußischen noch keine Staatsbürger, sondernnur Schutzjudcn waren, man dort hierin aufgeklärter und besser dachte alsspäter. So gab es schon also damals unter der Regierung des Königs Friedrich Wilhelms II. einenrKönigl. v ere ide te n(wirklichen Regierungs-Bauinspektsr (SachZX.(jüd> Rel.); einen Königl. Baurath <JHig); einen Königl. Geheimen Legationsrath (Benjamin Ep hr a i m), welcherwirkliche diplomatische Geschäfte, besorgte; einen Königl. Professor (Dr.med. Markus H er z ),.welcher in Berlin öffentliche Vorlesungen über die Kcmtische Philosophie u. s. w. hielt, denen auch Königl. Prinzen beiwohnten; eine (noch fortbestehende) Königl. Wilhelmsschule in Breslau, mit dabei angestellten jüd-Professoren (Joel Löwe und Aaron Wolfssohn); einen Königl. Hofjuwelier (E. V. Ephraim in Berlin) u. a. m. Auch erinnern wir uns, daß ein damaliger Jude, Herr Wessely (Sohn des Herrn Aaron Wessely in Berlin ) das Orchester im Königl. Theater in Berlin dirigirte, u. a. m. Die neueste Zeit scheint aber in diesem Betrachte für die Juden in Preußen wieder etwas günstiger zu werden, und von der hohen Weisheit und Milde Sr. Maj. des Königs Friedrich Wilhelm!V. ist auch hierin notf)' wehr Gutes für seine getreuen israelitischen Unterthanen zu erwarten. D. H.