Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Achter Jahrgang (1834-1843)
- Issue
- Achter Jahrgang zweiter Band sechstes Heft
- Article
- Schriften von, für und über Israeliten [Rezension]
- Date
- 1834-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 8)
- Language
- German
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38L Die fromme ZionStochter. Andachtsbuch für Israels Frauen, und Mädchen/ Von M. E. Stern. (Wien, 1841, bei Edlen von Schmid und I. I. Busch.) „Warum sollen wir es uns verhehlen, daß wir in einer überstützenden, größtentheils genußsüchtigen und auf momentanen Sinnenreiz hinzielenden Zeit leben, welche zu den ernstern und tiefem Betrachtungen gar wenig Raum gestattet, und daß wir, wie oft unsere Vater, ausrufen dürfen: „Unsere Zeit sie liegt im Argen!" diese kleine Exclamations-Prälüdie glaubte ich voraussenden zu müssen, wenn ich nun ferner sage, daß sich ein Geb et buch unter den täglich und stündlich sich mehrenden Schaaren von amüsirenden und Erwerbsvortheile lehrenden Schriften wie ein.lindender Ültropfen in einem Meer von brausendem Champagnerwein ausnehme« Es beweist daher, daß Hr. Stern von her Heiligkeit seines Gegenstandes wahrhaft ergriffen sein mußte, als er für seine gewandte Feder ein Genre wählte, das zwar von einer weit menschenbeglückendern Wirksamkeit, als alle andern Literaturzweige, jedoch bescheiden, ohne Prunk und Flitter, ergo» nicht von jener Qualität ist, welche in unserer Zeit „Ruhm und Ehre" wirbt. Hr. Stern lieferte in dem vorliegenden Werkchen eine Arbeit, welche eine längst empfundene Lücke aufs Verdienstvollste ausfüllt, indem es nicht, wie Viele glauben dürsten, Gebete enthalt, den altherkömmlichen hebräischen nachgebildet, sondern den jetzigen Zeitverhältnissen angemessene, (größtentheils) Originale, ein wahres Schatzkästlein von Trost- und Seelenstärkungs-Perlen, denn diese 80 Gebete für alle Wochen-, Fest- und Bußtage, so wie für alle Lebensverhältnisse, sind mit einer solchen Weihe verfaßt/ daß sie dem Betenden ins tiefste Innere dringen, und seine sehnsüchtige Seele dem Balsam der göttlichen Stärkung öffnen müssen. — Der Styl ist einfach, aber eben darum um so wirksamer, an geeigneten Stellen jedoch einen poetischen Schwung nehmend, der die Frommen in jene Sphären erhebt, die wahrhaft beseligend sind. Run wende ich mich an die Israelitischen Frauen und Mädchen, für welche der